2026 gibt es in Zingst wieder große Ausstellungen im ganzen Ort, den Galerien und sogar am Ostseestrand. Inspiration und Fotoerlebnisse stehen auf dem Programm: Fotoworkshops, Vernissagen, Fotomarkt, Multivisionsshows, Fotografen-Gespräche, Panels und Ausstellungsführungen. Nach jedem Festivaltag, feiern alle zusammen bei der Bilderflut am Strand.

Der MENSCH – facettenreich, widersprüchlich, erstaunlich. Er erschafft und zerstört, liebt und fürchtet, sucht nach Sinn und Orientierung. Er träumt von Sicherheit und gleichzeitig von Freiheit, scheitert und beginnt neu.
»horizonte zingst« 2026 rückt den MENSCH ins Zentrum der Betrachtung – in seiner Komplexität ist er dabei nicht nur Individuum, sondern immer Teil eines großen Ganzen.
Daraus ergeben sich Fragen: Wie wollen wir miteinander leben – über Grenzen, Meinungen und Kulturen hinweg? Wie gestalten wir unsere Umwelt bewusst und reflektiert, so dass ein Überleben auch in der heute noch vermeintlich weit entfernten Zukunft möglich sein kann?
Durch ein reflektiertes und mitfühlendes Handeln auf allen Ebenen kann eine nachhaltige und gerechte Zukunft entstehen. Und kritisches Denken und Wissensdrang werden maßgeblich dabei helfen, die Herausforderungen der kommenden Jahrzehnte zu meistern.
Und so stehen Weltoffenheit, Mitgefühl, Neugierde und Forscherdrang im Zentrum von »horizonte zingst«. Das Festival schafft einen Raum, in dem Beobachtung, Analyse und Empathie aufeinandertreffen.
Der MENSCH formt die Welt – und zugleich wird er von ihr geformt. In dieser wechselseitigen Beziehung liegt unsere größte Herausforderung – und unsere größte Chance.
Kleine Spielfiguren werden zu monumentalen Ikonen: Am Strand von Zingst erscheinen sie überlebensgroß, mit Kratzern, Nähten und glänzenden Oberflächen. Die Serie erzählt von der menschlichen Fantasie, von erfundenen Welten und großen Geschichten. Gleichzeitig zeigen sie, wie sehr unsere Idealbilder geformt sind – gestaltet, produziert, in Plastik gegossen. Helden für die Hosentasche. Ewiger Spaß und ewige Träume zum Sammeln. Mehr zur Ausstellung.
Gemalte Landschaften, Safari in Betonkulissen, Schnee aus Kanonen, wilde Natur hinter Glas: In dem Projekt richtet Zed Nelson den Blick auf Orte, an denen Natur zur Inszenierung wird. Freizeitparks, Zoos, künstliche Strände und Themenwelten versprechen Nähe zur Wildnis – und zeigen zugleich, wie weit wir uns von ihr entfernt haben. Alles wirkt vertraut – und zugleich merkwürdig konstruiert.
„Anthropocene Illusion“ zeigt den Wunsch nach Verbindung – und die technischen Mittel, mit denen wir versuchen, Nähe herzustellen.
Seit 2007 arbeitet Richard Renaldi an „Touching Strangers“. Auf den Straßen und Plätzen der Vereinigten Staaten begegnet er völlig unbekannten Menschen und lädt sie ein, für ein Porträt zu posieren – in Haltungen, die normalerweise nur engen Freunden oder Familien vorbehalten sind. Die Porträts setzen der Vereinzelung des modernen Lebens menschliche Nähe entgegen und öffnen einen Moment, in dem soziale Barrieren aufgehoben, Nähe und Verbundenheit spürbar werden.
Robbie Shone ist Fotograf, Kletterer, Begleiter wissenschaftlicher Expeditionen, Abenteurer und Entdecker. Sein Antrieb ist eine zutiefst menschliche Eigenschaft: die Neugierde. Seit Jahren folgt er ihr in Höhlen, Gletscherspalten und unterirdische Flüsse – Orte, die kaum jemand zu Gesicht bekommt. Seine Bilder zeigen Räume von beeindruckender Klarheit und Größe, den Blick auf die Dimension unseres Planeten von innen. Der Mensch erscheint darin oft klein – als Maßstab in einer Landschaft, die lange vor ihm existierte. Mehr zur Ausstellung
Früher hatte Mexiko den Ruf, ein sicherer Zufluchtsort für Asylsuchende zu sein. In den letzten Jahren hat sich das Land jedoch zu einem Unterstützer der einwanderungs- feindlichen Politik der Vereinigten Staaten entwickelt. Alejandro Cegarra zeigt Einzelschicksale von Menschen an der mexikanischen Grenze auf dem Weg in die USA. Die Schwarzweißbilder erzählen von Hoffnung, Risiken und der harten Realität einer zunehmend einwanderungsfeindlichen Politik.
Wie stark der Zugang zu Licht das menschliche Leben beeinflusst und wie unterschiedlich Menschen damit umgehen, wenn Strom nicht selbstverständlich ist, zeigt die Arbeit von Rubén Salgado Escudero. Alltag, Arbeit, Wohnräume und sozialen Zusammenhänge werden darin ausschließlich mit Licht aus Solarenergie sichtbar gemacht. Jede Aufnahme stellt die Person in Beziehung zu ihrer unmittelbaren Umgebung und ihren Tätigkeiten, sodass die Vielfalt menschlicher Lebenswelten erkennbar wird.
In seiner Arbeit widmet sich Matthieu Gafsou der menschlichen Suche nach Wegen, das Leben über seine natürlichen Grenzen hinaus zu optimieren und zu verlängern. Die Serie dokumentiert Menschen, Orte und Technologien, an denen Körper und Geist optimiert, experimentiert und neu definiert werden.
Von Labors und Biohacking-Werkstätten bis hin zu persönlichen Räumen der Selbstoptimierung eröffnet Gafsou einen Blick auf das Spannungsfeld zwischen wissenschaftlicher Innovation, individuellen Hoffnungen und gesellschaftlichen Fragen.
In „Between the Years“ richtet Valentin Goppel den Blick auf die Lebensphase zwischen Jugend und Erwachsensein. Begonnen während der Corona-Pandemie begleitet er Freunde in Momenten des Wartens, des Aufbruchs und der Orientie- rungssuche. Die Bilder zeigen fragile Augenblicke einer Generation, die ihren Platz erst noch finden muss. So entsteht ein Porträt der Adoleszenz – einer Zeit, in der Möglichkeiten offenstehen und zugleich vieles in Bewegung ist.
Seit der Wiedervereinigung starben in Deutschland über 200 Menschen durch rechte Gewalt. Julius Schien hat begonnen, alle Tatorte rechter Gewalt zu dokumentieren. Seine fotografische Arbeit rückt die Orte, wie leere Bühnen in den Vordergrund.
Die menschenleeren Großformatfotografien werden von Texten und Dokumentationsmaterialien begleitet.
Die Arbeiten von Max Kersting bewegen sich an der Schnittstelle von Bild und Wort, Gegenwart und Erinnerung. Gefundene Fotografien aus Archiven, Flohmärkten oder alten Sammlungen werden von ihm mit handschriftlichen Texten kombiniert, die kleine Geschichten, Fragmente und Momentaufnahmen entfalten. Jedes Bild wird so zu einem Fenster in die eigene Interpretationswelt.
Seit dem Tag, an dem sie sich kennenlernten, fotografieren sich Nora und Mats gegenseitig. Kurz nach dem Beginn ihrer Beziehung wurde bei Nora ein bösartiger Hirntumor diagnostiziert. Aus diesen Jahren entstand ein visuelles Tagebuch – vom Verlieben bis zum Leben mit Krankheit. In gegenseitigen Porträts, Selbstporträts und Alltags- fragmenten zeigen die Bilder ihre gemeinsame Reise: von Liebe, Mut und dem Weitermachen. Einen Tag nach dem anderen.
Vedad Divovic dokumentiert in „Schöne Bilder meiner Mutter“ die sich wandelnde Beziehung zu seiner Mutter, Sabina, in Sarajevo. Seit seinem Umzug nach Deutschland sind Besuche seltener geworden, doch die Bindung bleibt. Die Fotografie zeigt zwei Seiten: die selbstbewusste Frau, die sie der Welt präsentiert, und die intimen Momente von Verletzlichkeit, die sie mit ihrem Sohn teilt – die Serie ist ein Dialog über Liebe, Erinnerung und das Wechselspiel von Nähe und Distanz.
Florian Jaenicke gibt in „Friedrich und das Leben“ einen sensiblen Einblick in das Leben mit einem mehrfach schwerst- behinderten Kind. Die Bilder zeigen, wie sich der Alltag mit einem Kind gestaltet, das nicht sprechen oder Augenkontakt halten kann, und eröffnen eine neue Perspektive auf Nähe, Aufmerksamkeit und Glück. Jaenickes Arbeit ist ein berührendes Zeugnis der bedingungslosen Verbindung zwischen Eltern und Kind, eingefangen mit großer Empathie und Respekt.
Enver Hirschs Portraits werfen einen liebevollen Blick auf Menschen, die sich auf kleinstem Raum für eine möglichst lange und unbeschwerte Zeit am Strand eingerichtet haben. Die Bilder – entstanden im Ahoi Camp in Prerow, ehemals das legendäre Regenbogencamp – öffnen einen Blick in den Mikrokosmos aus Gewohnheiten, kleinen Besonderheiten und persönlichen Geschichten. Sie zeigen Rituale, Eigenheiten und die Art und Weise, wie Menschen ihre Zeit zwischen Strand, Zelt und Alltag gestalten.
Die ausgezeichneten Arbeiten dokumentieren und sensibilisieren für die Lebensrealität von Kindern weltweit. Elise Blanchards Siegerbild etwa zeigt ein afghanisches Mädchen beim Lernen – Ausdruck von Entschlossenheit und Recht auf Bildung. Weitere Reportagen thematisieren Umweltbelastungen, Kinderarbeit oder Folgen von Krieg stellvertretend für die Verletzlichkeit kindlicher Welten. Mehr zur Ausstellung.
Die Antarktis ist eines der am wenigsten bekannten Naturparadiese der Welt. Klimawandel, industrielle Fischerei und Tourismus setzen dem empfindlichen Ökosystem zunehmend zu. Im neu eingerichteten deutschen Schutzgebiet, den Danger Islands, brütet die weltweit größte Kolonie von Adéliepinguinen. Ende 2025 starteten deutsche Wissenschaftler:innen eine erste Expedition, begleitet von Fotografin Esther Horvath.
Die Serie „the Lovers“ erzählt von Paaren, die seit über fünfzig Jahren miteinander verbunden sind. Inspiriert von den Liebesbriefen ihres Großvaters an ihre Großmutter, begleitet Lauren Fleishman Paare in Alltag und kleinen Ritualen, dokumentiert Momente von Nähe, Zuneigung und gelebtem Leben. Persönliche Interviews öffnen Einblicke in ihre Geschichten und lassen die Intimität, Verbundenheit und Beständigkeit langjähriger Partnerschaften spürbar werden.
Milliarden Menschen und es werden mehr – gleichzeitig sind die natürlichen Lebensmittelquellen etwa durch Abholzung, den Verlust der biologischen Vielfalt oder Überfischung harten Schwankungen ausgesetzt. Die Arbeit I N S C T S zeigt wie Insekten in der globalen Nahrungsproduktion zu unverzichtbaren Akteuren werden.
Diecinove dokumentiert weltweit Orte, Praktiken und Technologien – die sowohl auf altem Wissen als auch auf modernster Wissenschaft basiert – bei denen Insekten im Ernährungs-Mittelpunkt stehen und die Geschichte einer globalen Chance erzählen.
Die Serie „Räuber“ ist eine persönliche Geschichte: Josh Kern hat seinen Bruder Jascha nie wirklich kennengelernt – als er auszog, war dieser noch klein. Jahre später richtet sich seine Kamera auf ihn und begleitet ihn beim Aufwachsen auf dem Hof: beim Hühnerfüttern, Spielen, Tennis, Leben und Alltag zwischen Wald und Tieren. Was zunächst wie eine Beobachtung wirkt, wird zu einer Annäherung – die Kamera wird zum Mittel, Zeit miteinander zu verbringen und Nähe zu entdecken.
Max Hünten wurde 1869 in Düsseldorf geboren und an der Düsseldorfer Akademie sowie der Pariser Académie Julian ausgebildet. Später nutzte er die Fotografie als Skizzen- und Inspirationsquelle für seine Werke – auf seinen Reisen durch Nordamerika und Asien um 1910 entstanden zahlreiche Aufnahmen. Das Museum Zingst zeigt diese Fotografien zusammen mit Ölbildern und Erinnerungsstücken und gibt so Einblicke in das Leben eines Malers, der Fotografie als kreatives Werkzeug verstand. Mehr zur Ausstellung.
Der BFF Förderpreis 25/26 widmet sich dem Thema „Spiel“ und zeigt, wie vielfältig, überraschend und vielschichtig das Spielen im menschlichen Leben sein kann. Die Ausstellung versammelt Arbeiten von 12 teilnehmenden Fotograf:innen und Filmgestalter:innen, die das Thema aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchten .
Im Herzen von Zingst befindet sich der Fotomarkt und erstreckt sich vom Fischmarkt bis hoch zur Seebrücke. Führende Fotomarken zeigen Trends und Neuheiten aus der Fotobranche. Das Besondere in Zingst: leihen und testen ist ausdrücklich erwünscht, um die Kaufentscheidung auf eine solide Basis zu stellen. Es gibt tägliche Foto-Events, Foto-Walks und Vorträge, außerdem bieten zahlreiche Aussteller einen Check & Clean Service an.
Vielfältig, bunt und anregend - von früh bis spät bietet das 19. Umweltfotofestival »horizonte zingst« jeden Tag ein abwechslunsgreiches Programm. Im Mittelpunkt steht die Begegnung, der Austausch und die Freude an der Fotografie: all das in der einzigartigen Atmosphäre des Festivals. Die Details zum Programm erfahren Sie hier in Kürze.