Im Bereich des Nationalparks Vorpommersche Boddenlandschaft gibt es zwei Ökosysteme, die maßgeblich von der Überflutung durch das salzhaltige Wasser von Ostsee und Bodden abhängig sind: die Windwatten und das Salzgrasland. Sie sind nicht nur Lebensraum zahlreicher Küstenvögel, sondern auch ein wichtiger Rastplatz für durchziehende Kraniche und andere Zugvögel.

Die Windwatten

Weht der Wind ablandig, nimmt er das Wasser mit sich. Dann werden unter anderem die Windwatten sichtbar, die sich vor der Küste von Rostock bis Rügen erstrecken. Die großen Sandbänke scheinen auf den ersten Blick nicht wirklich belebt, sind aber einer der wichtigsten Futterplätze für Watvögel.

Im Sand leben Muscheln, Würmer und andere Kleintiere, die als Nahrung für Alpenstrandläufer, Große Brachvögel und viele weitere Unterarten dienen. Mit ihren langen Schnäbeln suchen sie im Sand nach Wirbellosen, was am besten funktioniert, wenn das Meer die Sandbänke ein paar Zentimeter überspült. Steht das Wasser zu hoch, reichen ihre Schnäbel nicht mehr tief genug, um die Nahrung zu erreichen. Fallen die Sandbänke trocken, wird der Sand zu hart und die kleinen Tiere wandern in tiefere Schichten, die die Vögel ebenfalls nicht erreichen können. Da vor der Küste der Halbinsel verschieden hohe Windwatten existieren, finden die Watvögel aber fast immer einen Platz, der ihnen ideale Bedingungen für die Futtersuche bietet.

Das Salzgrasland

Weiter landeinwärts findet sich eine zweite Landschaft, die vom Salzwasser beeinflusst wird. Weht der Wind auflandig, drückt er das Wasser in die Boddenkette, was dazu führt, dass die Uferbereiche häufig überschwemmt werden. Im sogenannten Salzgrasland finden sich vor allem natürliche, meist von Süßgräsern dominierte Kräutergesellschaften, die beinahe das gesamte Spektrum der typischen Salzgraslandflora der mitteleuropäischen Meeresküsten umfassen. Um diese Grasflächen zu erhalten, wird hier durch Beweidung verhindert, dass sich Röhricht und andere große Pflanzen ausbreiten.

Das ist wichtig für das gesamte Ökosystem Salzgrasland, denn ohne die flachen Wiesen würde ein wichtiger Brutplatz für Küstenvögel verloren gehen. Durch die Eindeichung der Halbinsel hat man auf der Halbinsel selbst in der Vergangenheit viele der feuchten Grasflächen verloren, sodass sich die Vögel heute besonders auf den Inseln vor Fressfeinden sicher fühlen können. Füchse, Wildschweine und andere Säugetiere gelangen nur selten über den Bodden, um auf der Kirr, der Oie und den anderen Inseln auf Futtersuche zu gehen.

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