Heute in Zingst

Nicht einmal die majestätischen Adler verkörpern die Sehnsucht des Menschen vom Traum des Fliegens so grandios, wie die in großen Formationen ziehenden Kraniche.

Ab Mitte August sammeln sich unsere heimischen Kraniche in der Region des Nationalparks Vorpommersche Boddenlandschaft. Erst sind es noch kleinere Gruppen. Aber später, ab Mitte September, gesellen sich täglich weitere reiselustige Artgenossen aus Skandinavien hinzu, die von allen Kranichfreunden bereits sehnsüchtig erwartet werden.

Die meisten Kraniche besuchen uns in der ersten Oktoberhälfte. Dann können es über 70.000 Vögel gleichzeitig sein. Und mit absoluter Zuverlässigkeit kehren sie im nächsten Frühjahr wieder zurück. Sie sind es auch, die nach einem langen, kalten Winter die wärmende Sonne Südspaniens mit in den hohen Norden bringen und die lang ersehnte mildere Jahreszeit einläuten.

Vor allem die zweite Märzhälfte bietet fantastische Einblicke in die Welt der Tänzer des Nordens!

Wo kann man Kraniche beobachten?

Beste Beobachtungsmöglichkeiten finden sich tagsüber auf dem Festland zwischen Barth und Stralsund in der neuen Beobachtungsstation am Günzer See, dem KRANORAMA. Hier empfangen unsere Rangerinnen und Ranger die Besucher mit moderner Beobachtungstechnik.

Die rastenden Vögel werden auf den vorgelagerten Wiesen mit Futtermais gefüttert. So können sie aus dem KRANORAMA heraus perfekt bewundert werden. Noch dazu wird so verhindert, dass die Kraniche auf naheliegenden Feldern die Neuansaaten der Landwirte schädigen.

Kraniche beobachten am Pramort

Zur Vermeidung von nachhaltigen Beeinträchtigungen und Störungen des Kranichrastplatzes am Pramort wird der Zutritt zu den Sundischen Wiesen vom 31.08. bis 01.11.2020 deutlich eingeschränkt. Um die Zugvögel nicht zu stören, ist das Betreten des Bereichs ab 15 Uhr bis 8 Uhr des Folgetages ohne Nationalpark-Card generell untersagt. BesucherInnen ohne Nationalpark-Card müssen somit den Bereich bis 15 Uhr verlassen. Gäste mit der Nationalpark-Card sollten ca. eine Stunde vor Sonnenuntergang in den Beobachtungshütten eintreffen, um die einfliegenden Kraniche nicht zu stören.

Da eine ungestörte Kranichbeobachtung am Pramort ausschließlich von den Beobachtungshütten stattfinden kann, werden aufgrund der diesjährigen Maßnahmen zur Eindämmung der Covid-19-Pandemie limitierte Beobachtungsplätze vergeben.

Die Plätze können – solange der Vorrat reicht – im Kurhaus für 10 € erworben werden. Täglich bis 14 Uhr werden 13 Beobachtungsplätze vergeben. Pro Beobachtungsplatz sind max. 2 Erwachsene und 2 Kinder aus einem Haushalt vorgesehen.

Nur so können der Mindestabstand sowie ein sicheres Beobachten für unsere Gäste und RangerInnen gewährleistet werden. Zudem werden die Gäste gebeten, in den Beobachtungshütten eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen. Zwischen 8 Uhr und 15 Uhr ist der Bereich frei zugänglich.

Wir danken unseren Gästen für ihr Verständnis

Dem Zauber des Kranichs kann sich fast niemand entziehen. Wer einmal diesen charismatischen Vogel bei seinen ausgiebigen Tänzen zur Frühjahrsrast beobachtet oder im Herbst die endlosen Kranichketten vor der untergehenden Sonne verfolgt hat, bleibt ein Leben lang „angesteckt“. So verwundert es nicht, dass die Familie der Kranichbegeisterten und Kranichfreunde von Jahr zu Jahr wächst.

Wer mehr über die großen Zugvögel erfahren möchte, sollte uns unbedingt im NABU-Kranichzentrum Groß Mohrdorf besuchen. Die Ausstellung bietet nicht nur umfangreiche multimediale Informationen über das Leben der charismatischen Kraniche, sondern ist auch Ausgangspunkt für zahlreiche Exkursionen und anderer Veranstaltungen wie die alljährliche Woche des Kranichs.

Wer die größten Vögel Deutschlands auf ihrem Weg ins Schlafzimmer, also die flachen Boddengewässer und die Vogelschutz-Insel Kirr, erleben möchte, dem seien die Beobachtungsplattformen bei Zingst, Pramort oder Bisdorf empfohlen. Ein ganz toller Treffpunkt ist auch das Kranich-Infomobil KIM, welches im Herbst westlich von Zingst an der Plattform am Deich steht.

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