Heute in Zingst

Die Kraniche sind da und ziehen in großen Formationen über uns hinweg. Gleich zweimal im Jahr dürfen wir die Vögel in der Barther Region, auf dem Darß und Zingst begrüßen.

Nicht einmal die majestätischen Adler verkörpern die Sehnsucht des Menschen vom Traum des Fliegens so grandios, wie die in großen Formationen ziehenden Kraniche.

Kein anderer Vogel übte je einen derartigen Reiz auf die Menschheit aus. Nahezu überall auf der ganzen Welt haben sich die alten Kulturen mit ihm beschäftigt. In der Mythologie gelten die großen Vögel u.a. als Symbol der Weisheit und Treue. Sie sind ein Sinnbild für ein Weisheit, Wachsamkeit und Klugheit.

Wie sieht ein Kranich aus?

Der langbeinige und langhalsige Kranich besitzt ein aschgraues Gefieder mit schwarz-weißer Kopfzeichnung und roter Scheitelplatte. Verlängerte Ellbogenfedern bilden einen Federbusch. Neben seinem Äußeren macht der Kranich durch seine schmetternden Rufe in der Luft auf sich aufmerksam.
  • Ordnung: Gruiformes (Kranichvögel)
  • Familie: Gruidae (Kraniche)
  • Gattung: Grus
  • Gewicht: 5-7 kg
  • Länge: 110-130 cm
  • Verbreitung: Skandinavien, Asien bis Ostsibirien, Baltikum, Polen, Tschechien, Deutschland
  • Überwinterung: Mittelmeerraum, Afrika bis zum Sudan
  • Flügelspanne: bis zu 2,20 m
  • Geschwindigkeit: bis zu 60 km/h
  • Flughöhe: bis zu 4000 m Flugkilometer: bis zu 12000 km/Jahr
  • Gefährdung: Rote Liste Deutschland (2007); Rote Liste MV (2003): ungefährdet

Die Rufe der Kraniche sind unverwechselbar. Das laute „Trompeten“ ist im offenen Gelände weit zu hören.

Kranichrufe im Überflug von Frank Wendeberg (Viel-Klang-Projekt)


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Es enthält eine Rufe von Kranichen im Überflug. Sie können es unter diesem Link abrufen.

Wann kann ich Kraniche beobachten?

Im Frühjahr und im Herbst lässt sich der Vogelzug der Kraniche beobachten. Die Vögel des Glücks machen auf ihrer Flugroute regelmäßig eine Zwischenstation an der Boddenlandschaft von Zingst und Darß. 
Kranichbalz im Frühjahr

Die zweite Märzhälfte bietet fantastische Einblicke, dem Beobachter bietet sich ein außergewöhnliches Naturschauspiel aus Balztanzen, Sprüngen, Verbeugungen und Verfolgungsjagden. 

Kranichzug im Herbst

Der Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft ist ab September einer der größten Kranichrastplätzen Mitteleuropas. Bis Mitte Oktober rasten hier bis zu 70.000 Kraniche.

Überwinterung der Kraniche

Die milden Wintermonate sorgen dafür, dass viele Kraniche nicht in die Überwinterungsgebiete fliegen. Solange die Landschaft schneefrei bleibt, finden die Vögel genug Nahrung zum Überleben.

Häufige Fragen zur Kranichbeobachtungen

Kraniche sind sehr scheue und wachsame Vögel. Jede Störung kann bei den Tieren zu Stress führen, was zum Verlassen ihrer gewohnten Plätze führen kann. Dabei setzen sie Energie ein, die sie dringend für den weiten Flug in den Süden benötigen. Besonders beim Ansteuern ihres Schlafplatzes sollten Kraniche nicht gestört werden.

Die Vögel sollten nicht beim Fressen auf den Äckern gestört werden. Das Einhalten eines Abstandes ist dabei besonders wichtig. Deshalb ist eine Beobachtung vom Auto aus oder von ausgewiesenen Beobachtungshütten.

Kranich-Beobachter sollten zudem darauf achten, nur auf ausgewiesenen Parkplätzen zu halten und zu parken, um den Straßenverkehr nicht zu behindern. Das Betreten der Äcker ist den Landwirten zuliebe ebenfalls untersagt.

Um den Kranichen „ganz nah“ zukommen, können im Max Hünten Haus Zingst Kameraobjektive und Ferngläser gegen Gebühr ausgeliehen werden. So lassen sich die Kraniche vom Nahen, ohne sie zu stören, beobachten.

Von Anfang bis Ende Oktober ist die Hauptzeit der Kranichrast in der Region Boddenlandschaft Fischland-Darß-Zingst.

Ab Ende August können schon einige Wiederkehrer und heimische Kraniche beobachtet werden. Im Frühjahr, vor allem in der zweiten März-Hälfte, können Kraniche auf dem Festland bei der Kranichbalz beobachtet werden.

Die Uhrzeit, um Kraniche zu beobachten kann nicht genau bestimmt werden. Es richtet sich nach den Wetterbedingungen und dem Sonnenaufgang bzw. den Sonnenuntergang.

Unsere Empfehlung: Mindestens 1,5 Stunden vor Sonnenaufgang, -untergang an den zulässigen Vogelbeobachtungsplattformen oder auf dem Deich einfinden und auf die majetätischen Vögel warten.

Tagsüber befinden sich die Kraniche auf den abgeernteten Äckern auf dem Festland. Die Äcker zwischen Barth und Ribnitz-Damgarten bieten gute Gelegenheiten die Vögel zu sehen.

Im Sommer halten sich nur wenige Kraniche in der Darß-Zingster Boddenlandschaft auf. Die meisten Kraniche befinden sich in der Sommerzeit in Skandinavien. Die Brutgebiete der Kraniche befinden sich vorwiegend im nördlichen und östlichen Europa in Feuchtgebieten.

In Deutschland gibt es über 200 Rast- und Schlafplätze. Wenn die Kraniche aus den Brutgieben ziehen, ist die erste Rast im Mecklenburg-Vorpommern an der Darß-Zingster Boddenkette und Rügen. Danach ziehen die Vögel weiter nach Brandenburg oder Niedersachsen.

Beste Beobachtungsmöglichkeiten finden sich tagsüber auf dem Festland zwischen Barth und Stralsund in der neuen Beobachtungsstation am Günzer See, dem KRANORAMA. Hier empfangen die Rangerinnen und Ranger der Station die Besucher mit moderner Beobachtungstechnik.

Die rastenden Vögel werden auf den vorgelagerten Wiesen mit Futtermais gefüttert. So können sie aus dem KRANORAMA heraus bewundert werden. Noch dazu wird so verhindert, dass die Kraniche die Neuansaaten der Landwirte auf naheliegenden Äckern beschädigen.

Wo kann ich Kraniche beobachten?

Achtung an der Meiningenbrücke!

Das Parken am Straßenrand an der Meiningenbrücke ist verboten. Während der Kranichrast finden vermehrt Kontrollen der Polizei statt, die eine Ordnungswidrigkeit ahnden können.

Auf der Halbinsel Zingst und dem Festland befinden sich zahlreiche Vogelbeobachtungsplattformen. Diese können hervorragend als Alternative zur Meinigenbrücke genutzt werden.

Kranichfahrten auf dem Bodden

Von September bis November Fahren die Schiffe der Reederein regelmäßig zur Kranichbeobachtung in den Zingster Strom zwischen Meiningenbrücke und der Insel Kirr.  

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