Der Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft ist dank seines reichen Angebots an Nahrung ein beliebtes Rastgebiet für Zugvögel und bietet vielen seltenen Vögeln ideale Lebensbedingungen.

Einer der beeindruckendsten Bewohner des Nationalparks ist wohl der Seeadler. Mit einer Flügelspannweite von mehr als zwei Metern kann man ihn in der Luft kaum übersehen. Er brütet vorwiegend in hohen Bäumen, die entsprechend starke Äste haben und weit weg von den störenden Geräuschen der Zivilisation wachsen. In den Wäldern östlich von Zingst findet der große Jäger entsprechende Bedingungen.

Viele kleinere Küstenvögel ziehen die breiten Röhrichtfelder entlang der Boddengewässer als Lebensraum vor. Hier haben viele seltenen Arten, wie der Rohrsänger und die Rohrweihe, ein Zuhause gefunden. Wichtige Lebensräume für unsere Küstenvögel sind außerdem die Inseln der Boddenkette, wie die Insel Kirr und die Barther Oie, auf denen sie in weiten Teilen lediglich von einigen Ornithologen Besuch bekommen und ansonsten ungestört brüten können. Im Bereich des Nationalparks werden regelmäßig bis zu 163 Brutvogelarten gezählt, 67 von ihnen stehen auf der Roten Liste der gefährdeten Brutvögel Deutschlands, darunter zum Beispiel der Rotschenkel, der Große Brachvogel und die Uferschnepfe.

Auch als Überwinterungsgebiete sind die Boddengewässer der vorpommerschen Küste sehr gefragt. Sie sind sogar das wichtigste Überwinterungsgebiet für die unterschiedlichsten Wasservögeln im gesamten Ostseeraum. Etliche Gänsearten können hier den ganzen Winter über beobachtet werden. In den vielen Watt- und Flachwasserzonen vor der Küste finden sie bei Wind und Wetter immer etwas zu fressen und können es sich in der kalten Jahreszeit gut gehen lassen.

Bekannt ist der Nationalpark aber vor allem für seine berühmten Zwischenraster. Im Herbst und im Frühjahr machen Kraniche in großen Scharen für mehrere Wochen Halt in der Region, um ihre Energiereserven für den Weiterflug in die Winter- beziehungsweise Brutgebiete aufzufüllen. Bis zu 60.000 der großen Zugvögel sammeln sich besonders im Herbst in den flachen Gewässern und auf den geschützten Inseln des Nationalparks, weil sie dort ideale Schlafplätze vorfinden.

Während zu ihrem Schutz der Bereich um den Pramort in den Herbstmonate nur eingeschränk begehbar ist, kann man den allabendlichen Einflug der Kraniche auf dem Boddendeich hervorragend beobachten. An der Aussichtsplattform Zingst West steht im Herbst außerdem das Kranich-Infomobil mit zwei Rangern des NABU-Kranichzentrums bereit, die alle Fragen rund um die großen Zugvögel beantworten können.

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