Weltweit werden ein Drittel aller Nahrungsmittel verschwendet – verschimmeln in Kühlschränken, Obstkörben und Lagerhallen, werden weggeworfen, weil sie nicht gemocht werden oder ein Überschuss produziert und nicht verkauft wurde. Oder, oder, oder. Der Österreicher Klaus Pichler überschreitet in seinen Bildern die Haltbarkeitsgrenze, um die Dimension der globalen Lebensmittelverschwendung zu veranschaulichen – mit verfaulenden Lebensmitteln, die zu kunstvollen Stillleben arrangiert sind.

Was geht einem beim Betrachten dieser Bilder durch den Kopf? Ist es Ekel vor den verfaulten Lebensmitteln, ist es Scham, weil auch im eigenen Kühlschrank Lebensmittel verschimmeln oder ist es vielleicht sogar das schlechte Gewissen, das sich meldet, weil Essen keine Selbstverständlichkeit, sondern Luxus ist? All das hat Klaus Pichler bezweckt, denn er verdeutlicht: „Es ist meine Intention, dass sich die Betrachter gewissermaßen 'erwischt' fühlen -Nahrungsmittelverschwendung betrifft die meisten von uns. Schon mit wenig Aufwand lässt sich etwas dagegen tun, indem man etwa sein Einkaufsverhalten oder seine Ernährungsgewohnheiten ändert.“ 

Um die Serie zu realisieren hat der Fotograf den Verrottungsprozess nicht nur in Kauf genommen, sondern genau beobachtet: „Ich habe es sogar genossen, immer wieder die Deckel der Container zu lüften und zu sehen, wie sich die Nahrungsmittel darin verändert haben. Interessanterweise haben mich die Gerüche aber nie abgeschreckt oder überfordert. Mir war von Anfang an klar, dass das Teil des Projekts sein würde. Einzig beim Fleisch war es schwierig.“ 

Hatten die Nahrungsmittel den richtigen Grad des Schimmelns erreicht, ging es ans Fotografieren. Die Bilder der verrottenden Lebensmittel sollten möglichst edel, schön und perfekt inszeniert sein. „Um das zu erreichen“, erklärt Kalus Pichler, „habe ich die Schraube ein Stück angezogen und überdramatisiert. Das sind Stilmittel, die in der Werbung oft eingesetzt werden.“ Auf den Boden der Tatsachen kommen die Lebensmittel aber schnell wieder zurück – spätestens beim Studieren der Transportwege, die sie brauchen, um von der Herstellung bis nach Zingst zu gelangen.
Termine

Vom 20.05.2022 bis 01.05.2023

Fotograf:innen

Klaus Pichler Klaus Pichler

Veranstaltungsort

Postplatz II

Sponsoren / Partner

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