Anke Großklaß

Tag 2 des 9. Umweltfotofestivals »horizonte zingst« - ein Rückblick

Auch Tag zwei des Umweltfotofestivals »horizonte zingst« hatte wieder jede Menge zu bieten. Vor allem stand er ganz im Zeichen der Ausstellungseröffnungen. So hatten die Besucher die Möglichkeit gleich bei fünf Vernissagen mehr über die gezeigte Fotokunst zu erfahren und mit den Fotografen ins Gespräch zu kommen.

Den Anfang machte die Eröffnung zum Fotoprojekt »Rettet unsere Meere« mit Fotografien von Reinhard Dirscherl, zu sehen als Open Air Installation vor dem Max Hünten Haus. Hier macht der Fotograf Bedrohungsszenarien in den Meeren sichtbar. Wie wichtig es ist, diesem Thema besondere Beachtung zu schenken, verdeutlichte auch gleich Moderator Christian Schulze. Laut Stern landen bis zu 13 Millionen Tonnen Plastikmüll jedes Jahr in unserem Meer. Rund 350 – 400 Jahre dauert es bis Plaste verrottet. Edda Fahrenhorst von fotogloria vertrat Dirscherl, der leider nicht persönlich anwesend sein konnte und berichtete unter anderem über den Werdegang des Unterwasserfotografen. So erläuterte sie beispielsweise, dass Dirscherl den Beruf ergriff, weil er auf seinen Tauchgängen so tolle Erlebnisse hatte, dass er sie mit der Kamera festhalten wollte. Auch er bestätigt eine deutlich sichtbare Veränderung im Laufe der Zeit; die Meere verdrecken und verarmen, jährlich werden weltweit über 100 Millionen Haie geschlachtet. Umso wichtiger ist es also, dem Thema »Rettet unsere Meere« eine besondere Beachtung zu schicken. So wird »S.O.S. – Save our Seas« auch Hauptmotto des 10. Umweltfotofestivals im kommenden Jahr sein, wie Klaus Tiedge, Kurator der Erlebniswelt Fotografie Zingst, verriet. Ein weiterer Teil zu dem Fotoprojekt mit Bildern von Flip Nicklin können Besucher sich übrigens im Hotel Vier Jahreszeiten anschauen. Prädikat: Unbedingt sehenswert!

Weiter ging es dann mit der Vernissage zur Open Air Fotoschau »Architektier« auf dem Postplatz II mit Bildern von Ingo Arndt, präsentiert von GEO. Mehrere Jahre ist der Fotograf durch die Welt gereist, um Tierarchitekturen zu dokumentieren. »Viel wäre uns Menschen ohne diese Aufnahmen wohl verborgen geblieben«, bringt es Moderator Christian Schulze auf den Punkt. »Das ist ein Thema, was mir wirklich sehr am Herzen liegt. Vier Jahre habe ich gebraucht, um diese Ausstellung nach Zingst zu holen. Die Bilder von Ingo Arndt berühren mich«, erläuterte Kurator Klaus Tiedge den Beweggrund für seine Auswahl. Für die Realisierung des Projektes hat Ingo Arndt übrigens zwei Jahre gebraucht. »Das Besondere bei diesem Projekt war für mich den Bogen zu spannen und diese tollen Bauwerke zu zeigen«, so Arndt. Auch Dr. Christoph Kucklick, Chefredakteur von GEO, ließ es sich nicht nehmen, persönlich bei der Vernissage anwesend zu sein. »Man muss Kenntnis über die Tierwelt haben und enormes fotografisches, technisches und ästhetisches Verständnis haben, damit so erstklassige Bilder entstehen«, so Kucklick.

Auf dem Postplatz I ging es anschließend weiter mit der Eröffnung der Open Air Installation »Green Lens – OLYMPUS Visionaries«. »Die OLYMPUS Visionaries sind Markenbotschafter. Sie arbeiten mit Olympus Kameras und wurden ganz ausgewählt zu dem vorgegebenen Thema angesprochen. Uns haben wirklich tolle Einsendungen erreicht«, erklärte Julia Gfrörer, Communications Manager von OLYMPUS das Projekt. »Die Tier- und Pflanzenwelt ist aus der OLYMPUS Fotografie gar nicht mehr wegzudenken und die Spitze sehen wir hier auf dem sympathischen Eichenplatz«, so Klaus Tiedge. Ebenfalls anwesend war Niklas Nischke, der jüngste Visionary. Er kam über den Sport zur Fotografie. Sein Bild entstand auf einem Surftrip auf dem Atlantik.

Ganz im Zeichen von OLYMPUS stand auch die nächste Vernissage im Steigenberger Strandhotel. Hier zu sehen ist die Fotoausstellung »Heroes« - ein Wettbewerb der OLYMPUS Community. »Ziel des Wettbewerbs war es, Helden des Alltags zu zeigen«, so Elisabeth Claußen-Hilbig, Consumer Product Division OLYMPUS. Seit sechs Jahren ist OLYMPUS – »der allerbeste Fotoclub der Welt« (Klaus Tiedge) – nun in Zingst beim Umweltfotofestival »horizonte zingst« vertreten. Wichtig bei dieser Fotoausstellung ist es, sowohl den Bildern als auch den Bildunterschriften Beachtung zu schenken. Ebenfalls vor Ort waren die Träger des 1. Preises – Jose Santos – und 3. Platzes – Max Schaub. Den zweiten Platz belegte Gerhard Busch. Klaus Tiedge, Kurator der Erlebniswelt Fotografie Zingst, erhielt in diesem Jahr einen Sonderpreis. »Lieber Klaus, Du bist für uns ein absoluter Hero«, so Elisabeth Claußen-Hilbig. Zingst kann sich dem nur anschließen und dankt dem Kurator für seine herausragende Arbeit und seinem unbezahlbaren Verdienst für das Umweltfotofestival »horizonte zingst« und dem Thema Fotografie in Zingst überhaupt.

Zum krönenden Abschluss wurde dann die Ausstellung »Tanz extrem« mit Fotos der lebenden Legende Dieter Blum eröffnet. Diese ist in der Leica Galerie Zingst zu sehen. Bekannt geworden ist der Altmeister der Fotografie durch seine Cowboy-Bilder einer berühmten Zigaretten-Firma. Einem großen Teil seiner Arbeit widmete er aber den Themen Tanz, Kultur und Kunst. »Wir sind stolz eine Leica Galerie hier in Zingst zu haben. Und noch stolzer sind wir eine Legende der Fotografie zu haben. Künstlerische Genauigkeit drückt sich in den hier gezeigten Fotografien aus. Beeindruckend ist auch die Persönlichkeit Dieter Blum. Mit seinen Fotografien hat er Zeitdokumente geschaffen. Es sind hocherotische Aufnahmen entstanden. Das sind Bilder zum niederknien! Dieter – Du bist heute die Blume in meinem Knopfloch« - mit diesen Worten brachte Kurator Klaus Tiedge zum Ausdruck, welch Ehre Zingst mit der Anwesenheit des Fotografen zu Teil wurde. »Vielen Dank liebe Fotografen, dass Ihr Interesse an meiner Arbeit habt. Das ist das schönste Kompliment.«, bedankte sich Dieter Blum. »Was Ihr hier seht, ist das Schwarze unterm Fingernagel zum Thema Tanz. Mittlerweile habe ich alleine zu diesem Thema elf Bücher gemacht« - diese Worte Blums verdeutlichen, wie wichtig und nah ihm dieses Thema ist. Zingst und die gesamte Festival-Crew dankt dem Fotografen für seine Anwesenheit und die Möglichkeit, diese beeindruckende Ausstellung in der Leica Galerie Zingst zeigen zu dürfen.

Neben 21 Fotoausstellungen hat das 9. Umweltfotofestival »horizonte zingst« aber natürlich noch weitaus mehr zu bieten. Ob Fotoworkshops, Foto-Podien, das Creative Center im Kurhaus mit spannenden Vorträgen, Ausstellungsführungen u. m. – die Besucher haben zahlreiche Möglichkeiten, um von echten Könnern und Kennern der Fotoszene ins Gespräch zu kommen. Dazu sorgen Aktionen wie das »horizonte Kino« powered by Epson täglich um 13.00 Uhr in der Multimediahalle oder die »360 Grad Aktion« täglich um 13.30 Uhr vor der Seebrücke sowie die allabendliche »Bilderflut« für Unterhaltung.

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