Heute in Zingst

Entschleunigung, Entspannung, Achtsamkeit: Darum geht es beim Waldbaden. Damit einher geht die Steigerung der Kreativität, was Margit Lisa Röder sich für ihren Fotoworkshop zunutze macht.

Einfach mal abschalten ist im Zeitalter von Digitalisierung und Urbanisierung gar nicht so leicht. Dem Alltagsstress entkommen, neue Energie tanken, körperliche und geistige Erholung – all das verspricht „Shirin Yoku“ durch eine bewusste, intensive Beschäftigung mit der Atmosphäre des Walds. Wie aber kommt man auf die Idee, das sogenannte Waldbaden mit der Fotografie zu verbinden?

Erklären Sie bitte den Begriff „Shinrin Yoku“.

Margit Lisa Röder: „Shinrin Yoku“ bedeutet wörtlich: „Ein Bad in der Atmosphäre des Waldes nehmen“. Ein Waldbesuch, wo die Heilkraft des Waldes und die Achtsamkeitspraxis kombiniert werden. Es geht darum, seine Sinne zu öffnen, ins Spüren zu kommen und mehr wahrzunehmen. Riechen, hören, fühlen, auf den Atem konzentrieren, staunen – im Wald lässt man den Alltag hinter sich. Waldbaden reduziert die Stresshormone im Körper und stärkt dadurch das Immunsystem.

Wie sind Sie auf die Idee gekommen, Waldbaden mit der Fotografie zu verbinden?

Am Anfang stand die Planung eines Fotoworkshops im Wald. Ich habe schon immer gerne im Wald fotografiert und die positiven Einflüsse wahrgenommen. Ich konnte besser schlafen, war ausgeglichener, mein Stoffwechsel schien besser zu funktionieren, Stress und Sorgen konnte ich eine Zeit lang hinter mir lassen, ich fühlte mich einfach besser und war glücklicher. „Shinrin Yoku“ (also Waldbaden) war mir bis dahin noch nicht bekannt.

Also habe ich recherchiert und beschlossen, eine Kursleiterausbildung für „Shinrin Yoku“ und Achtsamkeit im Wald zu machen. Hier konnte ich einige Parallelen zur Waldfotografie ziehen. So ist dann schließlich die Idee zur Weiterentwicklung meines Fotoworkshops entstanden, der Fotografie und Waldbaden verbindet.

Was verstehen Sie unter „poetischer Waldfotografie“?

Mir wurde bewusst, dass sich das Glücksgefühl beim Waldbaden nur dann einstellte, wenn ich mit der Kamera „gedichtet“ habe. Dichten mit der Kamera heißt in diesem Fall, nicht darüber nachzudenken, ob Verschlusszeit oder Blende stimmen. Das heißt, ich arbeitete mit Unschärfen, Reduktion, Distanz und Nähe.

Das Bild entsteht dann durch die minimale Bewegung der Kamera im Grün oder Braun des Waldes. Die sanfte Konzentration in tiefer Entspannung zauberte mir wunderschöne Bilder auf das Display der Kamera, was mich jedes Mal überraschte und staunen ließ. Es war magisch! Es machte mich süchtig und es fällt mir heute noch immer schwer, ein Ende zu finden.

Für wen haben Sie den Workshop konzipiert?

Der Workshop ist für Menschen, die immer den Kopf voller Gedanken haben, morgens bereits darüber nachdenken, was sie abends noch erledigen müssen. Das führt zu Erschöpfung. Er ist für Menschen, die nach Lösungsansätzen und neuen Perspektiven suchen.

Was erwartet die Teilnehmer Ihres Workshops?

Bei meinem Themenwaldbad „Waldfotografie“ sollen meine Teilnehmer abschalten, entschleunigen, sich von dem Stress lösen. Und: wieder kreativ sein. Kreativität bringt Erfüllung, Kreativität entspannt, Kreativität hält den Geist fit und vital, Kreativität bringt Körper, Geist und Seele wieder in Einklang, steigert das Selbstwertgefühl, hilft bei Problembewältigung, befreit die Gedanken und steigert das Wohlbefinden.

Worauf freuen Sie sich?

Ich freue mich auf eine Gruppe, die der Natur verbunden ist, die gerne mehr über „Shinrin Yoku“ erfahren und praktizieren möchte und die wieder den Vorteil und den Spaß an Kreativität entdecken möchte. All das lässt sich auch nach dem Workshop mit in den Alltag nehmen und die faszinierenden Bilder werden daran erinnern.

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