Open-Air-Ausstellung Flora Obscura am Zingster Strand Neue Strandausstellung zum Umweltfotofestival

Flora Obscura

Blüten, Samen, Kerne, Früchte, Ähren – 20.000 essbare Pflanzen gibt es (etwa) auf der Welt und die Fotografin Jennifer Markwirth hat es sich zur Aufgabe gemacht, ebenjene ausfindig zu machen.

„Ich finde, dass essbare Pflanzen – ob als Wild- oder Kulturpflanze – der wertvollste Schatz der Menschheit sind. Und so will ich sie auch präsentieren: wie kostbare Juwelen auf schwarzem Samt.“ 

„Entwickelt hatte sich die Idee aus meiner Faszination für die erstaunliche Vielfalt der Pflanzen, die sich als Nahrungsmittel in der einen oder anderen Weise eignen. Das begann zunächst 2004 mit meinem Schritt zum Veganismus. Zu dieser Zeit gab es noch nicht die Fülle an Ersatz- und Fertigprodukten wie heute und deswegen begann ich, mich mit pflanzlichen Nahrungsmitteln zu beschäftigen. Es war also der Veganismus, der – ganz anders als erwartet – meinen Speisezettel viel breiter machte statt schmaler. Als ich 2006 meine Arbeitsstelle in der Archäobotanik Afrikas am Institut für Archäologische Wissenschaften antrat, bekam ich es mit umfangreichen botanischen Vergleichssammlungen zu tun. Vor mir offenbarte sich eine ungeahnte Vielfalt an Nutzpflanzen vorwiegend aus Afrika. Die vor Jahrzehnten auf lokalen Märkten gesammelten Gewürze dufteten teilweise noch immer intensiv! Irgendwann war dann die Idee da, dass ich diese Vielfalt fotografisch dokumentieren will,“ so Jennifer Markwirth. 

Im Laufe der Zeit entwickelte die Fotografin ihren eigenen Stil, um die einzelnen Pflanzen möglichst ansprechend zu porträtieren: „Damit das funktionieren kann, müssen alle Motive einheitlich fotografiert werden: gleicher Hintergrund, gleiche Beleuchtung und Schärfe. Meine Lösung dafür war die Objektfotografie am Reprostativ unter Anwendung der Focus- Stacking-Methode. Für den schwarzen statt sonst üblicheren weißen Hintergrund entschied ich mich, weil ein weißer Hintergrund zu Lichtreflexen im Motiv führt. In schwarzer Umgebung leuchten die Farben intensiver. Nun positionierte ich die Blätter und Blüten mit Hilfe von Präparationsnadeln und anderen Hilfsmitteln. Meine Fotos sollten so ästhetisch werden wie die alten botanischen Illustrationen.“ 

Die ursprüngliche Idee, ein riesiges Stillleben mit allen essbaren Pflanzen zu machen, hat die Fotografin inzwischen verworfen: „Ich wünschte, ich könnte sie alle fotografieren, aber das würde ich nicht einmal schaffen, wenn ich mich rund um die Uhr darum kümmern könnte. Ich werde einfach versuchen, so viele wie möglich in mein botanisches Kabinett der essbaren Pflanzen aufzunehmen.“

Die Ausstellung wird in Medienpartnerschaft mit dem Magazin Stern gezeigt.
Termine

Vom 30.08.2023 bis 15.10.2023

Fotograf:innen

Jennifer Markwirth Jennifer Markwirth