Im Frühsommer zieht es Fotofreunde wieder nach Zingst: Das 17. Umweltfotofestival „horizonte zingst“ bietet dort vom 7. – 16. Juni große Ausstellungen im ganzen Ort, den Galerien und sogar am Ostseestrand. Inspiration und Fotoerlebnisse stehen auf dem Programm: Fotoworkshops, Vernissagen, Fotomarkt, Multivisionsshows, Fotografen-Gespräche, Panels und Ausstellungsführungen. Im Programm werden neue Formate und Events das Festival bereichern. Nach einem langen Festivaltag, feiern abends alle zusammen bei der Bilderflut am Strand.
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In verschiedenen Formaten können sich die Gäste am Festivalgeschehen beteiligen: Beim Publikumswettbewerb „Bild des Tages“ gibt es tolle Preise zu gewinnen, in Seminaren oder Fotografen-Gesprächen kommt man mit bekannten Fotografinnen, Fotografen und Gleichgesinnten ins Gespräch. Multivisionsshows inspirieren, Vorträge und Fotoworkshops geben ganz konkrete Tipps für die eigene Fotografie. Das Fotofestival bietet 10 ereignisreiche Tage, eingebettet in eine der schönsten Locations Deutschlands zwischen Bodden und Meer, in direkter Nachbarschaft zum Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft.
Der Fotomarkt findet vom 13. bis 15. Juni in der Strandstraße von Zingst statt.
Federn schützen vor mechanischen Verletzungen, sind eine Barriere gegen Sonnenstrahlen, Staub und Dreck, sie lassen den Regen abperlen und verhindern das Erfrieren im eisigen Wind. Federn dienen aber auch der Kommunikation, besonders zum Prahlen, Protzen und Flirten. Als Meisterwerke der Evolution sind sie seit jeher das Symbol für Freiheit und die Fähigkeit zu fliegen. Der Traum vom Fliegen ist so alt wie die Menschheit selbst: vom Flug des Ikarus über die Skizzen von Leonardo da Vinci bis hin zum ersten Motorflug der Gebrüder Wright.
Mit Federn vom Argusfasan, dem Zwergflamingo, dem Flaggendrongo oder auch dem Himalaya-Glanzfasan erzählen Heidi und Hans-Jürgen Koch in Text und Bild die Wissenschafts- und Kulturgeschichte des verblüffenden Phänomens Feder.
Die hochpräzisen Fotografien sind ein ästhetischer Bilderrausch. Die Ausstellung wird in Medienpartnerschaft mit dem Magazin GEO gezeigt.
Die Devil’s Horsemen („Teufelsreiter“) – gegründet und geleitet von der Familie Naprous – sind europaweit die führenden Anbieter von Pferden für die Filmindustrie. Sie verfügen über ein herausragendes Team von Horsemasters, die Spezialisten für Stunts mit Pferden sind, Reiter:innen, Kutschfahrer, Reitdoubles, Pferde sowie professionelles Personal für deren Betreuung, aber auch über Kutschen, Sattel- und Zaumzeug sowie weitere Ausstattung für die Tiere – und mit alldem versorgen sie Hollywood-Blockbuster und Fernsehshows.
Die Fotografin Anastasia Taylor-Lind und Horsemaster Camilla Naprous sind seit vielen Jahren eng befreundet. Aus dieser Freundschaft ist ein einzigartiges fotografisches Dokument entstanden – nicht nur über das immense Können der Devil's Horsemen oder deren Wunderkammer an Kutschen, Satteln und Rüstungen, sondern vor allem über die enge Beziehung einer Gruppe Menschen zu ihren Begleitern: den Pferden.
Karibus sind das Lebenselixier der Arktis. Über Jahrtausende hinweg waren indigene Gemeinschaften auf Karibus als Nahrungsquelle angewiesen. Doch seit 20 Jahren geht die Karibupopulation stark zurück. Der schockierende und rätselhafte Rückgang fordert die Menschen und das fragile Ökosystem heraus.
Das Verschwinden der Karibus – fotografiert von Katie Orlinsky – ist ein Spiegelbild größerer Probleme, die mit der Klimakrise und dem Verlust der biologischen Vielfalt überall auf der Welt in Bezug stehen. Die Ausstellung wird in Medienpartnerschaft mit dem Magazin Stern gezeigt.
Hund, Katze, Papagei: erst lebendig, später präpariert zeugen sie von einer tiefen emotionalen Verbindung zwischen Menschen und ihren Haustieren. Lares ist ein Langzeitprojekt über die Beziehung von Menschen mit ihren Haustieren – die allerdings bereits gestorben sind.
Der italienische Fotograf Luca Rotondo hat mehrere Familien getroffen, die mit ihren ehemals geliebten Tieren – nun als Präparat, Skelettt oder in Formalin eingelegt – leben. Für den Foto- grafen zeugen all diese Geschichten von einer tiefen emotionalen Bindung. Die Ausstellung wird in Medienpartnerschaft mit dem Magazin Stern gezeigt.
Die Bilder erzählen vom außergewöhnlichen Leben des Flamingos Bob: Er badet im Pool, fährt Auto und besucht Kinder im Unterricht. Wie es dazu kam? Nachdem Bob gegen die Scheibe eines Hotels geflogen war, päppelte die Tierärztin Odette Doest ihn wieder auf. Da er vorher in Gefangeschaft gelebt hatte, zeigte Bob keine Scheu vor Menschen und blieb bei Odette auf dem Hof.
Als der Fotograf Jasper Doest zu Besuch war steckte der Flamingo eines Morgens den Kopf durch die Tür. Also begann Jasper ihn zu fotografieren. Die Ausstellung wird in Partnerschaft mit Leica gezeigt.
„With Butterflies and Warriors“ ist die Geschichte über ein halb nomadisches Hirtenvolk im Norden Kenias: Die Samburu. Ein Volk, das an der Schwelle zu einem großen gesellschaftlichen Wandel steht und sich im Zuge dessen mittlerweile mit vielen weiteren Gemeinschaften zusammen geschlossen hat – um die Zukunft ihrer Tierwelt zu bewahren.
Seit über einem Jahrzehnt arbeitet der britische Fotograf David Chancellor mit den Samburu zusammen und dokumentiert den Übergang von Kriegern zu Wildhütern. Die Ausstellung wurde co-kuratiert von Lars Lindemann.
Auf dem Bild stehen Samburu-Moran (Krieger) hoch oben auf einem Hügel im Schutzgebiet im Norden Kenias und verfolgen Löwen, die mit Funksendern ausgestattet sind. Die gesammelten Informationen werden an Ewaso Lions weitergegeben. Eine Organisation, die mit dem Ziel gegründet wurde, Löwen und andere große Raubtiere in Nordkenia durch wissenschaftliche Forschung und gemeindebasierte Programme eine Zukunft zu geben.
Die französische Fotografin Mélanie Wenger erzählt mit ihrer Serie die bizarre Geschichte der „Texotics“: afrikanische Tiere, die auf Ranches auf den Hochebenen von Texas gezüchtet und anschließend als exotische Trophäen gejagt und gehandelt werden.
Auf Erik Grimlands Land zum Beispiel tummeln sich Tiere wie Antilopen und Zebras. Doch sein Land liegt nicht in Afrika. Grimlands Rockin G Ranch liegt in Texas. Viele exotische Tierarten, die in der Wildnis teils bedroht sind, leben nun dort - zumindest für kurze Zeit. Manche dienen der Vermehrung, andere einzig dem Zweck, von Trophäenjägern erschossen zu werden.
Mélanie Wenger hat sich den Jägern angeschlossen. „Ich beschäftige mich seit einem Jahrzehnt mit Naturschutzfragen. Bei einer Auftragsarbeit in Simbabwe rund um das Thema Jagd hörte ich von texanischen Ranches, wo man exotische Tiere jagen kann. Das klang für mich so absurd, dass ich weiter nachforschte.“
Die Ausstellung wird in Partnerschaft mit Leica gezeigt.
Mit der Auszeichnung UNICEF Foto des Jahres prämiert UNICEF Deutschland einmal im Jahr Fotos und Fotoreportagen, die die Persönlichkeit und Lebensumstände von Kindern weltweit auf herausragende Weise dokumentieren. In der Zingster Peter-Pauls-Kirche hat diese besondere und immer wieder eindrucksvolle Ausstellung seit Jahren ihren festen Platz.
Das Festivalthema FAUNA bietet die wunderbare Gelegenheit, einen Blick auf die Schönheit vor der eigenen Haustür zu werfen. Aus diesem Anlass entstand eine Ausstellung mit 14 Fotografinnen und Fotografen der Gesellschaft für Naturfotografie (GDT) in Zusammenarbeit mit dem hiesigen Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft.
Die elf von der Fachjury ausgewählten Teilnehmer:innen des BFF-Förderpreises hatten sechs Monate Zeit, ihre Ideen zu dem Thema „Was die Welt zusammenhält“ unter praxisbezogenen Bedingungen zu realisieren. Begleitet werden sie dabei von erfahrenen BFF-Fotograf:innen, die ihnen als Mentor:innen in konzeptionellen, gestalterischen und technischen Fragen zur Seite standen.
Spektakulär, knallbunt und gefährlich: Am Strand von Zingst lässt der US-amerikanische Fotograf Michael Muller seine faszinierenden Haie schwimmen.
Michael Muller fotografiert auf seine sehr eigene und einzigartige Weise Haie – voller Detailreichtum und verdammt nah dran.
Denn hier knallt es richtig: Wer sonst kommt auf die Idee die Tiere unter Wasser mit riesigen 1.200 Watt starken Beleuchtungsanlagen anzublitzen? Niemand! Deswegen gab es diese Technik schlichtweg nicht und Michael Muller erfand seine Blitze einfach selbst. Seitdem fotografiert er Haie mit demselben Punk wie sonst die Porträts von Hollywoodgrößen à la Jamie Lee Curtis, Brad Pitt, Tommy Lee Jones oder Scarlett Johansson.
Die Ausstellung wird in Medienpartnerschaft mit dem Magazin GEO gezeigt.
Die Beziehungen, die Menschen Tieren gegenüber pflegen, sind ambivalent: Der Bogen reicht von inniger Liebe bis zur abgezogenen Haut für die Lederproduktion. In der Gruppenausstellung FAUNA beziehen zwölf Fotografinnen und Fotografen Stellung zu den verschiedensten Erscheinungsformen ebenjener Beziehungen.
„Backyard Diaries“ zeigt Hinterhofkatzen – als Alternative zu Meme-Katzen und klassischen Internet-Katzeninhalten. Die Katzen stammen nicht aus prestigeträchtigen Stammbäumen und ihr Aussehen spiegelt ihre früheren Erfahrungen wider. Mit seiner Arbeit zoll Nikita Teryoshin diesen Außenseitern der Gesellschaft Tribut.
„Meine Fotoserie „Farewell“ erzählt die Geschichte der Vögel, die ich gepflegt habe und die in einer großen Freiluftvoliere lebten. Ihr ganzes Leben lang haben sie nie Freiheit erfahren, bis zu dem Tag, an dem sie starben. Dann habe ich sie in meinem Garten untergebracht, umgeben von Blumen, damit sie zum ersten Mal unter freiem Himmel sein konnten. Die Bilder sollen die Vögel ehren und ihre Freiheit nach dem Tod symbolisieren.“
„Die innige Beziehung zu Tieren in meiner Kindheit war vermutlich der Grund dafür, dass ich später begann, Tiere fotografisch zu porträtieren. Zunächst nahm ich menschliche Posen als Vorbild, wenn ich Tiere fotografierte, doch schon bald kehrte sich das um. Wenn ich Menschen porträtierte, wünschte ich mir „tierische“ Gesichter, ohne Posen und unnötiges Lächeln, ohne die Hinterfragung: „Wie sehe ich aus?“
Haut ist essentiell, das größte Organ. Sie schützt, trennt und verbindet. Auch Leder ist Haut, durch Gerben haltbar gemacht. Anja Segermann hat die verschiedenen Schritte der Verarbeitung von Rindsleder fotografiert.
Steigende Temperaturen legen in der russisschen Arktis die Überreste längst ausgestorbener Mammuts frei. Hunderte hartgesottene Elfenbeinjäger durchstreifen deshalb die eisige Tundra auf der Suche nach dem großen Fund.
„Für eine überhöhte und plakative Wirkung habe ich Tiere in selbstentworfene und -gebaute Käfige gesetzt und in einer isolierten Studioumgebung fotografiert. Die Tiere sind jeweils nur für eine minimale Zeit im Käfig geblieben.“
Doggystyle ist nicht nur das Debüt-Studioalbum des amerikanischen Rappers Snoop Doggy Dogg. Es ist auch der Titel eines Kalenderprojekts von Daniel Gebhardt de Koekkoek. Es zeigt: Hunde mit Stil.
Zehn der 19 einheimischen Amphibienarten sind gefährdet. Die Bilder der Serie zeigen Präparate aus dem Institut für Herpetologie des Forschungsinstituts und Naturmuseums Senckenberg in Frankfurt.
„Animal's Lover“ ist ein fotografisches Langzeitprojekt, das 2015 gestartet ist und die besondere Beziehung untersucht, die manche Menschen zu ungewöhnlichen Haustieren aufbauen.
Sieben Jahre lebte die deutsche Tiertrainerin Maxy Niedermeyer und ihre bulgarische Braunbärin Natascha auf einem Landgut in der niederländischen Tiefebene. Bevor sie in den Niederlanden landete reiste Maxy (81) mit Zirkussen um die Welt. Ihre Karriere fand ein jähes Ende, als die europäische Gesetzgebung das Auftreten mit wilden Tieren verbat.
Wer denkt nicht bei deutscher Identität sofort an Mettigel oder Wurst? Bratwurst zum Beispiel ist hierzulande schließlich Grill- und Kulturgut. Und will der Kleine nicht vielleicht eine Scheibe Gesichtswurst auf die Hand? Gerne!
Die sozialen Medien sorgen für eine neue Nachfrage von Menschen, die auf Elefanten reiten, Delfinshows sehen und mit Tigern posieren. Influencer, die Fotos von exotischen Orten für ihre Follower posten, locken immer mehr Touristen zu diesen Begegnungen. Die Arbeit von Kirsten Luce wirft einen Blick hinter die Kulissen des Wildtiertourismus in Thailand, Russland, den Amazonas un den Vereinigten Staaten.
Zum Beispiel lassen sich am Lucky Beach auf der thailändischen Insel Phuket viele Touristen mit jungen Elefanten fotografieren. Die meisten wissen nicht, wie sehr die Elefanten beim Abrichten gequält werden.
Die Ausstellungen des Umweltfotofestivals »horizonte zingst« 2024 präsentierten eindrucksvolle fotografische Arbeiten an außergewöhnlichen Orten im gesamten Ostseeheilbad Zingst. Unter dem Leitthema FAUNA zeigten internationale Fotografinnen und Fotografen die Vielfalt, Schönheit und Verletzlichkeit der Tierwelt. Großformatige Bilder im öffentlichen Raum, in Galerien und entlang des Strandes schufen eine besondere Verbindung zwischen Fotografie, Natur und Umgebung und machten das Festival zu einem intensiven visuellen Erlebnis.
Das Umweltfotofestival »horizonte zingst« 2024 prägte das Ostseeheilbad Zingst erneut als lebendigen Treffpunkt für Fotografie, Natur und gesellschaftlichen Dialog. Über mehrere Tage hinweg verband das Festival Ausstellungen, Multivisionsshows, Workshops und Begegnungen mit internationalen Fotograf:innen. Der Ort selbst wurde zur Bühne: Straßen, Plätze und der Strand gingen nahtlos in das Festivalgeschehen über. Die besondere Atmosphäre aus kreativer Offenheit, intensiven Bildwelten und maritimem Umfeld machte »horizonte zingst« 2024 zu einem eindrucksvollen Gesamterlebnis.