Vor circa 15 Jahren begann Timm Allrich die Liebe zur Natur mit der Fotografie zu verbinden. Sein fotografisches Steckenpferd ist dabei seine Heimat Mecklenburg-Vorpommern. AussteIlungen, Multivisionsshows, ein Bildband und jetzt auch ein Praxis-Ratgeber sind die Ergebnisse seiner fotografischen Arbeit und machten ihn bis über die Landesgrenzen hinweg bekannt.

Wir haben ihn zur aktuellen Neuerscheinung „Workshop Landschaftsfotografie“ befragt

Jüngst ist Dein Buch „Workshop Landschaftsfotografie“ erschienen. Warum diesmal eine Praxisanleitung und kein zweiter Bildband à la „Magische Wildnis an der Ostsee“?

Das Konzept, einen Ratgeber auf Augenhöhe für viele Fotobegeisterte zu erstellen, die sich vom klassischen Lehrbuchkonzept abgeschreckt und durchaus überfordert fühlen, hat mich von Anfang an begeistert. Wer mich persönlich kennt, wird meine Begeisterung für die Landschaftsfotografie in jedem Kapitel wiederfinden. Ich nehme den Leser mit, die Fehler, aus denen ich oft schmerzhaft lernen musste, zu umgehen und die negativen Erfahrungen zu vermeiden.

Es ist also mein Versuch, die Begeisterung an der Fotografie zu teilen und bei denjenigen, die sich noch unschlüssig sind, ob Fotografie im Allgemeinen und Landschaftsfotografie im Speziellen das Richtige für sie sein könnte, flammend zu entfachen. Bildbände von guten Fotografen gibt es bereits einige, auch und gerade über MV, ein praxisnahes Foto- und Motivationstraining noch nicht.

An wen richtet sich Dein Buch? Was möchtest Du den Lesern vermitteln, sie wozu animieren?

Das Grundmotto des Buches müsste sein: Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen, aber fast jeder kann ein Meister werden, wenn er sich und der Sache die nötige Zeit und den nötigen Raum gibt. Ich möchte die Leute aus ihrer Komfortzone in die schönste Nebensache der Welt eintauchen lassen und ein Gespür dafür entwickeln, wieviel einem die Natur geben kann, wenn man sie bewusst wahrnimmt. Die Fotografie ist mein Schlüssel dazu, die Natur wertzuschätzen und in ihr all die Nuancen und Besonderheiten zu sehen.

Worin unterscheidet es sich von anderen Praxisanleitungen?

Es ist weniger eine technische als vielmehr eine motivatorische Anleitung. Die meisten Kursteilnehmer, die ich in meinen Workshops coache, kennen sich bereits super mit den technischen Notwendigkeiten aus und haben oft auch ein gutes Auge für das Besondere. Ihnen fehlt meist nur ein kleiner Anstoß in die richtige Richtung, um an ihr Potenzial zu gelangen. Im Buch versuche ich genau wie in den Workshops, solche Anstöße zu geben und Prozesse in Gang zu setzen, die die eigene Kreativität und Bildsprache fördern.

Kannst Du bitte den Satz aus Deinem Vorwort näher erläutern: „In der Rückschau weiß ich, dass nur durch praktische Anwendung die theoretischen Kenntnisse zu Fähigkeiten werden, die dir die Sicherheit geben, im richtigen Moment auch das Richtige zu tun.“

Ich habe mal einen lustigen Spruch gelesen, der mich stark an meine fotografischen Anfänge erinnert hat: Theoretisch kann ich praktisch alles. So ging es mir, als ich anfangs einen Ratgeber nach dem anderen zum Thema Landschaftsfotografie gelesen habe. Beim Lesen war kurzzeitig alles klar, als ich dann aber draußen beim Fotografieren stand, ist es eben nicht das Buch an sich, dass die Rädchen in die richtige Richtung drehen muss, sondern mein eigener Finger. Und der hat eben leider anfangs oft versagt.

Es ist ein bisschen wie beim Blutabnehmen: man weiß, dass man in die Vene stechen und das Röhrchen langsam füllen muss, und man weiß auch, wo die Venen für gewöhnlich zu finden sind. Dennoch klappt es anfangs selten und wird wie bei jedem anderen Handwerk auch erst durch Übung zur sicheren Routine. Wer also z.B. mit Filtern oder Langzeitbelichtungen arbeiten möchte, muss üben, üben, üben. Und genau bei der Motivation, diesen Prozess durchzustehen, setzt das Buch an. Auch, dass die verwendeten Bilder keine unerreichbaren Locations zeigen, sondern Motive, die mitunter ganz nah und schnell erreichbar sind, soll meine Arbeit nahbar und verständlich für jedermann machen.

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