Heute in Zingst

Klaus Echle kennt seine Heimat wie kaum ein anderer. Mit Geduld, Wissen, und der entsprechenden Technik gelingen ihm ergreifende Bilder aus dem Schwarzwald.

Die Ausstellung „Wildnis hautnah“ ist vom 01.09.2020 bis 30.04.2021 auf dem Postplatz I in Zingst zu sehen. Mehr von seiner fotografischen Praxis als auch seinem Beruf erzählt Klaus Echle im Interview.

Fotografie Zingst: Wie und wo finden Sie ihre Motive?

Klaus Echle: Meine Fotomotive finde ich überwiegend in meiner Heimat, dem Schwarzwald. Gebürtig im mittleren Schwarzwald lebte ich einige Jahre im Nordschwarzwald und nun am Rande des Südschwarzwaldes. Allein in diesen drei so unterschiedlichen Gegenden und durch die Nähe der Stadt Freiburg im Breisgau stoße ich immer noch auf neue Motive. Auf manche Motive werde ich zufällig aufmerksam. Einige Aufnahmen entstehen jedoch im Rahmen langjähriger Beschäftigung und Vorbereitung mit einem Thema.

Was möchten Sie den Betrachtern vermitteln? Wofür sensibilisieren?

Ich möchte zeigen, dass unsere heimische Natur- und Kulturlandschaft eine Fülle an abwechslungsreicher und besonderer Pflanzen- und Tierwelt zu bieten hat, die sich vor anderen – auch exotischen – Lebensräumen nicht verstecken muss.

Welche Rolle spielt ihr Beruf als Förster in Bezug auf ihre Fotografie?

Ich bin mit Leib und Seele Förster und nur für die nötigsten Arbeiten im Büro anzutreffen. Daher kenne ich mein Revier natürlich sehr gut. Mir fallen interessante Motive oder Stimmungen fast im Vorbeigehen auf, die ich dann in meiner Freizeit fotografisch umsetzen kann.

Wie schaffen Sie es den scheuen Waldbewohnern so nahe zu kommen?

Mit viel Geduld, Ausdauer, biologischem Wissen, viel Zeit um Vertrauen zu schaffen und der entsprechenden Technik. Für meine Aufnahmen verwende ich eine Kleinbild Spiegelreflexkamera von Canon und Objektive mit Brennweiten von 14mm bis 800mm, Blitze, Fernauslöser, Lichtschranken – also eine ganze Menge an Equipment.

Ihre Bilder zeugen von tief empfundener Zuneigung den Tieren gegenüber. Wie schaffen Sie es diese fotografisch auszudrücken?

Meine Bilder sollen meine Begeisterung und Leidenschaft für unsere Natur zeigen. Ich versuche daher atmosphärisch und emotional zu fotografieren. Technik hilft – ein tolles, ergreifendes Bild muss aber nicht immer technisch perfekt sein.

Was verbinden Sie mit Zingst und dem Umweltfotofestival »horizonte zingst«?

Mit Zingst, was auf der Deutschlandkarte ganz oben im Nord-Osten liegt, verbinde ich ein komplettes Kontrastprogramm zum Schwarzwald: Weite und viel Wasser, Hirsche und Kraniche, Buchen-Kiefern-Wälder und viele Schnaken. Zingst und »horizonte zingst« verbinde ich darüber hinaus mit der Vielfalt der Fotografie und ihren unterschiedlichen Facetten und dem Bewusstsein für den Umgang mit der Natur.

 

Das Interview führte Nina Hesse per E-Mail.

Newsletter bestellen

Aktuelle Veranstaltungen und Tipps alle zwei Wochen im Postfach:
Unterkünfte Workshops Heute in Zingst Karte