Heute in Zingst

Sebastian Berndt – Förster in Zingst

Welche Aufgaben ihm dabei zufallen, welche Ziele er sich gesetzt hat und wie seine Vision des idealen Waldes aussieht – davon erzählt der Förster im Interview.

Nach seiner Ausbildung zum Forstwirt und der Übernahme in den gehobenen Forstdienst, arbeitete Sebastian Berndt als Sachbearbeiter für Waldbau, Jagd und Naturschutz in der Zentrale der Landesforst in Malchin. Sein Ziel war es jedoch in der Praxis – also im Außendienst – zu arbeiten. Seit 2013 kann er diesen Traum als Revierleiter in Zingst leben.

Herr Berndt, seit 2013 sind Sie Revierleiter in Zingst. Welche Aufgaben fallen Ihnen dabei konkret zu?

Schon die Größe des Nationalparkreviers Zingst – insgesamt sind es circa 33.500 Hektar – lässt erahnen wie vielfältig, spannend und manchmal auch herausfordernd die Aufgaben eines Revierleiters sind. In erster Linie arbeite ich mit Menschen: In den Führungen, Umweltbildungsmaßnahmen, bei der Öffentlichkeitsarbeit sowie der Verkehrssicherungspflicht bin ich oft der erste Ansprechpartner für die Bürger*innen und Behörden, wenn es um hoheitliche Fragestellungen geht.
Bei der Klärung lege ich den Schwerpunkt darauf, einen Interessenausgleich zwischen dem Schutz des Gebietes und der Natur auf der einen Seite und den jeweiligen menschlichen Interessen auf der anderen Seite zu finden. Ich strebe dabei stets konstruktive Lösungen an, auch wenn diese nicht immer allen gerecht werden können.

Welche Ziele haben Sie sich gesetzt?

Eines meiner Hauptziele ist es, die örtliche Akzeptanz weiter zu steigern und Vorbehalte gegenüber dem Nationalpark abzubauen. Die gute Zusammenarbeit mit den örtlichen Akteuren und Entscheidungsträgern möchte ich weiter ausbauen und intensivieren. Den Kindern, Einwohnern und Gästen die Besonderheit und Schönheit unserer Natur und Landschaft vermitteln.

Wie sieht Ihre Vision des idealen deutschen Waldes aus? Und was bedeutet das für die Förster?

Ich wünsche mir für den Wald mehr Struktur und Vielfalt hinsichtlich der Zusammensetzung der Baumarten. Der Wald hat mit vielfältigen Problemen zu kämpfen, durch die zunehmenden klimatischen Veränderungen, Trockenheit und den Borkenkäfer gibt es kaum noch Baumarten, die nicht problembehaftet sind. Damit ist die Multifunktionalität des Waldes stark gefährdet.
Die Aufgabe der Förster wird es daher sein, den nachfolgenden Generationen einen Wald zu hinterlassen, der so intakt ist, dass er weiterhin der Nutz-, Schutz- und Erholungsfunktion gerecht werden kann. Dazu braucht es vor allem Geduld, gesellschaftlichen Rückhalt aber auch Mut gewisse Dinge anders zumachen. Vielleicht bieten uns gerade die Schutzgebiete die Möglichkeit zu schauen, wie die Natur Dinge regelt, die wir dann in unsere tägliche Arbeit übernehmen können.

Was haben Sie an Zingst besonders schätzen gelernt?

Zingst ist ein Ort, an dem es einfach schön ist zu leben und zu arbeiten. Darüber hinaus habe ich hier großartige Menschen kennengelernt. Zingst bietet alle Vorteile wie eine Kleinstadt, gerade in Hinblick auf Einkaufsmöglichkeiten, Kita, Schule, das Vereinswesen und kulturelle Veranstaltungen. Auch unseren wunderschönen Strand möchte ich nicht unerwähnt lassen. Für die Zukunft wünsche ich mir, dass wir weiterhin gemeinsam die Entwicklung unseres Ortes voranbringen und das Themen wie Nachhaltigkeit, Natur- und Umweltschutz mehr Geltung bekommen.

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