Heute in Zingst

Wanderleiterin Sylva Juhnke kennt den Wald östlich von Zingst wie ihre Westentasche und erklärt, warum sich ein Spaziergang im Osterwald lohnt.

Wenn man von Zingst aus in Richtung Osten unterwegs ist, vielleicht zum Schlösschen Sundische Wiese oder zum Pramort, kommt man unweigerlich am Osterwald vorbei. Einem etwa 800 Hektar großen Waldgebiet, dessen Name schon etwas seltsam anmutet.

Was hat der Osterwald mit Ostern zu tun?

Nun, im Grunde nichts. Er ist eben einfach der Wald, der im Osten von Zingst liegt. Also der Ostwald. Mit der Zeit hat sich da wohl einfach ein -er eingeschlichen.

Der Osterwald war einmal ein schöner Eichen-Buchenwald, hat aber durch die jahrzehntelange Nutzung als Waldweide gelitten. Wenn es woanders nichts mehr zu fressen gab, wurde das Vieh in den Wald getrieben. Kühe, Pferde, Schweine und Schafe liefen dann durch den Wald und fraßen, was fressbar war, um zu überleben. Der Wald sah später auch dementsprechend aus. Viele Flächen sind verheidet und wurden später wiederaufgeforstet oder haben sich allein verjüngt.

Aus dieser Zeit stammen auch die sogenannte Hudebäume. Mächtige Buchen mit kurzem Stamm, die nicht hoch zum Licht wachsen mussten, weil ja ringsum alles weggefressen war. Ein besonderer Hudebaum ist die sogenannte Jägerbuche. Sie war wie ein Hirschgeweih gewachsen und diente jahrzehntelang als Treffpunkt oder auch Ausflugsziel bei Klassenwanderungen. Leider ist die Krone der Jägerbuche mittlerweile ganz auseinandergebrochen. Der Baum ist noch am Leben, aber nicht mehr so leicht zu entdecken.

Mammutbäume im Osterwald

Gesucht werden im Osterwald auch gerne die Mammutbäume, die vor etwa 70 Jahren von einem Professor zu Versuchszwecken gepflanzt wurden.

Es sind aber nicht die Neuweltmammutbäume, die man aus Amerika kennt, sondern Urweltmammutbäume, die nicht so mächtig werden und auch chinesische Rothölzer genannt werden.

Sie sind mittlerweile recht einfach im Osterwald zu entdecken, weil ein Schild auf sie hinweist.

Eine weitere Sehenswürdigkeit im Osterwald ist das Dreiländer-Eck. Die Insel Zingst war im 16. Jahrhundert in verschiedene Besitztümer geteilt. Die Stadt Stralsund besaß die Sundische Wiese und ein Stück Osterwald. Barth gehörte ebenfalls ein Stück vom Wald und den Rest von Zingst kauften bereits Ende des 13. Jhd. Zisterziensermönche.

Damit die Besitztümer auch gekennzeichnet waren, wurden sie mit Grenzgräben umgeben. Und wo die Grenzgräben und ein Grenzweg aufeinandertreffen, findet sich das Dreiländer-Eck. Gekennzeichnet ist der Grenzpunkt durch einen zentnerschweren Grenzstein, der mit einem Strahl, dem Signum von Stralsund, gekennzeichnet ist. Dieser ist nicht ganz so einfach zu finden.

Aber man muss ja nicht alles suchen, sondern kann auch einfach nur den Wald genießen. Durch Energieteilchen, die die Bäume versenden, durch Gerüche und die ruhige, wohltuende Atmosphäre des Waldes sinkt unser Blutdruck, Stress wird abgebaut, wir bekommen positive Energie und fühlen uns nach einem Waldspaziergang einfach gut.

Übrigens ist der Osterwald auch eines der größten Regenmoore, die es in Mecklenburg-Vorpommern gibt und wird durch Maßnahmen des Nationalparks seit Jahren wieder renaturiert.

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