Heute in Zingst

Esther Horvath ist die Fotoredakteurin des Alfred-Wegener-Instituts und zeigt bildgewaltige Eindrücke dieser Expedition.

Ein Arbeitsumfeld, das nicht nur fotografische Herausforderungen bereithält. Die Bandbreite der dabei entstandenen Fotografien ist ab dem 28.05.2021 in einer horizonte-Ausstellung in Zingst zu sehen: Zum einen die grandiose Schönheit polarer Landschaften mit ihren faszinierenden Strukturen, zum anderen das alltägliche Leben der Wissenschaftler in den entlegensten Forschungsstationen der Welt.

Im Interview gewährt Esther Horvath einen Einblick in ihr außergewöhnliches Arbeitsumfeld und verrät, mit welcher Aktion sie zum Festival 2019 in Zingst eine Europapremiere gefeiert hat:

horizonte zingst: Als Bildredakteurin und Fotografin begleiten Sie die Forschungsarbeiten des Alfred-Wegener-Instituts (AWI). Wie haben Sie sich auf die MOSAiC Expedition vorbereitet?

Esther Horvath: Ich bin nach Ny-Alesund, einem kleinen Ort auf der Insel Spitzbergen gereist. In Ny-Alesund, einer der nördlichsten Siedlungen der Erde, haben sich AWI-Forscher für die größte Arktis Expedition aller Zeit vorbereitet. Die Expedition heißt „MOSAiC“ und startete mit dem deutschen Forschungseisbrecher Polarstern im September 2019. Auf der MOSAiC-Expedition erforschten Wissenschaftler aus 17 Nationen die Arktis im Jahresverlauf, dazu driftete der Eisbrecher eingefroren durch das Nordpolarmeer. Die wissenschaftliche Forschung hat in einem Gebiet stattgefunden, in das im Winter noch kein Mensch vorgedrungen ist, mit dem Ziel, die Klima- und Ökosystemforschung auf die nächste Stufe zu heben.

Wo finden Sie Ihre bevorzugten Motive?

Wir alle wissen, dass das Eis im Arktischen Ozean schmilzt, aber wer sind die Wissenschaftler, die diese Informationen liefern, und wie arbeiten und leben sie an einem der entferntesten Orte der Welt? Ich möchte diesen Wissenschaftlern ein Gesicht geben, ihre Geschichten und Forschungen zeigen.

Wird an Ihren Bildern der vermeintliche Klimawandel sichtbar?

Neben der Dokumentation der wissenschaftlichen Arbeitsweise, fotografiere ich auch arktische Landschaften, welche die Schmelzungen der Meereisdecke des Arktischen Ozeans zeigen.

Wie unterscheiden sich Arktis und Antarktis?

Die Frage könnte man auch so formulieren: Worin besteht der Unterschied zwischen dem Nord- und dem Südpol? Der wichtigste Punkt zur Unterscheidung ist, dass sich der Nordpol im Arktischen Ozean etwa 700 km entfernt vom nächsten Land (Grönland) befindet. Der Südpol hingegen liegt auf dem antarktischen Kontinent und ist etwa 1.300 km von der nächsten Meeresbucht, der „Bay of Whales“ entfernt.

Wenn Sie nicht gerade im Nordpolarmeer eingeschlossen sind, engagieren Sie sich für die Organisation „Girls Who Click“ – worum geht es dabei?

Ich unterstütze diese Organisation, denn sie befähigt weibliche Fotografinnen, in das von Männern dominierte Feld der Naturfotografie einzusteigen. Mit kostenlosen Naturfotoworkshops für Teenagermädchen wollen wir eine neue Generation von Naturfotografinnen und Naturschützern inspirieren. Durch „Girls Who Click“ sollen Mädchen das Vertrauen gewinnen, ihrer Leidenschaft nachzugehen und sie als erwachsene Fotografen und Naturschützer einsetzen. Als Europapremiere konnte ich diesen Workshop 2019 in Zingst breits sehr erfolgreich umsetzen.

Partner der Ausstellung sind das Magazin Geo und Epson

Alle Fotos © Esther Horvath
Das Interview führte Nina Hesse per E-Mail.

Newsletter bestellen

Aktuelle Veranstaltungen und Tipps alle zwei Wochen im Postfach:
Unterkünfte Workshops Heute in Zingst Karte