Die im Museumsgarten in Zingst präsentierte Serie dokumentiert weltweit Orte, Praktiken und Technologien – die sowohl auf altem Wissen als auch auf modernster Wissenschaft basieren – bei denen Insekten im Mittelpunkt zukünftiger Ernährung stehen.
Milliarden Menschen und es werden mehr. Gleichzeitig sind die natürlichen Lebensmittelquellen etwa durch Abholzung, den Verlust der biologischen Vielfalt oder Überfischung harten Schwankungen ausgesetzt. Mit I N S C T S präsentiert der italienische Fotograf ein Langzeitprojekt, das sich mit der Insektenzucht als lokaler Antwort auf globale ökologische Herausforderungen und sozioökonomische Asymmetrien befasst und wie Insekten in der globalen Nahrungsproduktion zu unverzichtbaren Akteuren werden. Die Fotografien entstanden zwischen 2019 und 2026 in China, Kolumbien, den Niederlanden, Benin, Frankreich, Deutschland, Italien, den Vereinigten Staaten, Vietnam, Thailand und Malaysia und zeigen unterschiedlichste Ebenen und Planungen zum Thema Insektenzucht. Diecinove fotografierte nicht nur, sondern sammelte seine Erkenntnisse auch in Form von Interviews mit Forschern, Landwirten, Aktivisten und Anthropologen. Geplant ist ein Podcast unter dem Titel Get The Bug.
Das fotografische Projekt I N S C T S hat eine globale Perspektive und dokumentiert Forschungseinrichtungen in Europa und den Vereinigten Staaten, ländliche Gemeinden in Lateinamerika und Afrika sowie Großanlagen in Asien und befasst sich sowohl mit den wissenschaftlichen Grundlagen der Insektenzucht als auch mit den sozialen und ökologischen Folgen ihrer Umsetzung. Hervorgehoben wird dabei insbesondere, wie sich die Insektenzucht im Kontext von Rohstoffabbau, Abfallökologie, Klimakrise und globalen Machtstrukturen derzeit darstellt und weiterentwickeln wird.
Als agroökologisches System mit geringem Input bietet die Insektenzucht eine Alternative zu Sojamehl, Fischmehl und chemischen Düngemitteln. Vor dem Hintergrund einer wachsenden Bevölkerung und des Klimawandels nimmt der Druck auf Land- und Wasserressourcen zu. In großem Maßstab kann diese Praxis die Entwaldung, den Wasserverbrauch, die Bodendegradation und die Überfischung reduzieren. Gleichzeitig kann sie in ländlichen Kontexten zum Wiederaufbau nach Konflikten beitragen und die lokale Selbstversorgung mit landwirtschaftlichen Produkten stärken. Durch die Insektenzucht wird das, was bisher als Abfall behandelt wurde, zu einer Ressource, und das in verschiedenen Ländern überlieferte Wissen, auf dem diese Praxis basiert, wird wieder zur Grundlage eines operativen Rahmens. Mit weitreichenden Folgen und konkreten Lösungsvorschlägen, sodass die Menschen auf der ganzen Welt in naher Zukunft sicher auch neue kulinarische Vorschläge auf ihren Tellern finden werden.
Die Ausstellung I N S C T S wird im Rahmen des 19. Umweltfotofestivals »horizonte zingst« präsentiert, das in diesem Jahr das Thema MENSCH in den Mittelpunkt stellt.
Umberto Diecinove wurde 1978 in Turin, Italien, geboren. Nach seinem Bachelorstudium der Literatur und Philosophie mit dem Schwerpunkt Poesie zog er nach Madrid und begann, sich auf dokumentarische Fotografieprojekte zu konzentrieren. Das Studium an der PHotoESPAÑA schloss er mit einem Master ab. Der Fotograf entwickelt sein Werk konsequent in einem internationalen Umfeld, wobei er Auftragsarbeiten mit unabhängigen Projekten in einem breiten Spektrum kultureller und institutioneller Kontexte kombiniert. Das Projekt I N S C T S wurde bereits mehrfach in Europa und in den USA ausgestellt.
Vom 29.05.2026 bis 30.04.2027
Umberto Diecinove
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