Licht verändert das Leben. Solar Portraits untersucht die Grenze zwischen Dunkelheit und Erleuchtung.
Das auf dem Zingster Postplatz präsentierte Projekt verfolgt die Entstehung von Licht – nicht nur als Metapher, sondern auch als Mittel der täglichen Transformation, das die Formen von Arbeit, Studium, Gemeinschaft und Entwicklungsmöglichkeiten prägt.
Es dunkelt – wir schalten einfach die nächste Lampe an. So einfach, so selbstverständlich. Doch diese Annehmlichkeit gilt nicht für alle. Die sorglose Versorgung mit Licht ist in vielen Regionen der Welt nicht gegeben. So schätzt die Internationale Energieagentur, dass weltweit rund 770 Millionen Menschen noch immer ohne Zugang zu Strom leben. Meist in Regionen, in denen fast die gesamte Arbeit noch nicht mechanisiert ist. Vor allem sowohl teure als auch gefährliche Kerzen sind dort nach Sonnenuntergang die einzige verfügbare Lichtquelle. Nun bietet Solarstrom zunehmend eine saubere Alternative.
Die Serie des National Geographic-Fotografen Rubén Salgado Escudero zeigt das Leben der Menschen, Familien und Gemeinden, von denen viele zum ersten Mal durch die Kraft der Solarenergie Zugang zu Elektrizität haben. Die hier vorgestellten Personen verwenden alle kleine, günstige Fotovoltaikanlagen, die nach Einbruch der Dunkelheit die Orte bis zu zwölf Stunden mit Licht versorgen können. Ausgewählt hat er ausschließlich Orte, die bereits Zugang zu Solartechnologie haben, damit die Bilderzählungen die direkten Erfahrungen der Menschen innerhalb ihrer Dörfer und Gemeinschaften widerspiegeln. Dabei wurden die Protagonistinnen und Protagonisten befragt, wie sich die Verfügbarkeit von Strom auf ihr Leben ausgewirkt hat.
Solar Portraits ist ein seit 2014 laufendes Fotoprojekt, das bis heute an 40 Orten in zwölf Ländern auf fünf Kontinenten realisiert wurde. Die hier präsentierte Auswahl reicht von Myanmar, Indonesien und den Philippinen über Puerto Rico, Kolumbien, Mexiko, Uganda und Südafrika bis nach Spanien und in die USA. Solar Portraits führt die Möglichkeiten einer Energiewende mit menschlichem Maßstab vor, die sich aus dem Randbereich zu einem globalen Trend entwickeln soll. Die Serie ist ein Gegenarchiv, in dem die globale Energiewende nicht durch die Infrastruktur, sondern durch die gelebte Erfahrung ihrer kleinsten Einheit, das Licht im Haushalt, betrachtet wird.
Die Szenen wurden ausschließlich mit vorhandenen solarbetriebenen Lampen beleuchtet. So stellt sich die Bildserie auch in eine lange kunstgeschichtliche Tradition: Salgado Escudero adaptiert die Sprache des Chiaroscuro, einer Technik, die mit Künstlern wie Caravaggio oder Rembrandt in Verbindung gebracht wird, und positioniert sie neu in einem zeitgenössischen globalen Kontext. Hier ist die Lichtquelle keine Kerze oder gemalte Illusion, sondern eine Solarlampe, ein industrielles Produkt, das eine Brücke zwischen Technologie und Intimität schlägt. Im Zusammenspiel bilden diese Bilder ein globales Mosaik menschlichen Lebens, das durch ein leises, stetiges Leuchten verändert wurde.
Die Ausstellung Solar Portraits wird im Rahmen des 19. Umweltfotofestivals »horizonte zingst« präsentiert, das in diesem Jahr das Thema MENSCH in den Mittelpunkt stellt.
Rubén Salgado Escudero ist ein preisgekrönter Fotograf und visueller Geschichtenerzähler. Er wurde in Madrid, Spanien, geboren und wuchs in den USA auf. Nach seinem Studium am Savannah College of Art and Design war er ein Jahrzehnt lang in Berlin als leitender 3D-Animator in der Videospielbranche tätig. Mit Unterstützung der Vereinten Nationen und einem Explorer’s Grant der National Geographic Society wurde die Serie Solar Portraits zusammen mit seinen anderen Arbeiten in National Geographic, Time, der New York Times und Geo vorgestellt. Seine Bilder erschienen in vielen internationalen Magazinen und wurden weltweit ausgestellt.
Vom 29.05.2026 bis 30.04.2027
Rubén Salgado Escudero
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Postplatz
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