Menschen auf der Flucht, in der Hoffnung auf Asyl: Die in der Leica Galerie Zingst präsentierte Serie The Two Walls zeigt existenzielle Dramen an der Grenze zwischen Mexiko und den USA, die kaum von der Öffentlichkeit wahrgenommen werden.
Der Wunsch nach sozialer und finanzieller Sicherheit und die Hoffnung auf eine bessere Zukunft waren immer die Antriebskräfte für Menschen aufzubrechen. Und es werden immer mehr: Allein im letzten Jahr wurde die gigantische Zahl von mindestens 120 Millionen weltweit vermeldet. Sie alle wurden durch Krieg, Gewalt, Menschenrechtsverletzungen, politische, ethnische oder religiöse Verfolgung gezwungen, ihr Zuhause zu verlassen und das Risiko einer Flucht auf sich zu nehmen. Doch es wird immer schwieriger, denn „seit etwa 100 Jahren setzen wir dieser Bewegung Grenzen, sorgen für Grenzsicherheit und schaffen Instrumente zur Kontrolle der Migration“, sagt Cegarra, der 2017 selbst seine Heimat Venezuela verlassen hat.
Für seine Serie The Two Walls, mit der er 2025 den Leica Oskar Barnack Award gewann, war Cegarra viele Jahre im Grenzgebiet zwischen den USA und Mexiko unterwegs. Noch immer sind die USA ein Hoffnungsland, und Mexiko war lange eine Transitregion für Menschen aus den unterschiedlichsten Herkunftsländern. Aus nächster Nähe erlebte er die dramatische Situation vor Ort, denn in den letzten Jahren hat sich Mexiko zum Kooperationspartner und „Mitverursacher der einwanderungsfeindlichen Politik der Vereinigten Staaten entwickelt“, so der Fotograf. Er wurde Zeuge von extremer Angst, Schmerz und Verzweiflung, Misstrauen, aber auch von Hoffnung, Illusion und Liebe: „Alle nur erdenklichen Emotionen vermischten sich auf der lebensfeindlichen Reise.“
In seinen Bildern nimmt Cegarra Menschen in den Blick, die von den harten Bedingungen im Grenzgebiet Mexikos betroffen sind. Er zeigt individuelle Schicksale, die den bloßen Zahlen und kalten Statistiken ein Gesicht geben. Seine berührenden Schwarzweißbilder lassen auch Raum für stille Momente der Freude, universelle Gefühle der Empathie, und Würde. Sie sind ein starkes Dokument gegen die Ignoranz und das Wegschauen.
Die Ausstellung The Two Walls wird im Rahmen des 19. Umweltfotofestivals »horizonte zingst« präsentiert, das in diesem Jahr das Thema MENSCH in den Mittelpunkt stellt.
Alejandro Cegarra wurde 1989 in Venezuela geboren. Seine fotojournalistische Karriere begann er 2012 bei Últimas Noticias, einer der größten venezolanischen Zeitungen. Seitdem arbeitet er freiberuflich und veröffentlicht in vielen internationalen Magazinen. Seit 2017 lebt er in Mexiko. Er wurde vielfach ausgezeichnet, u. a. 2014 mit dem Leica Oskar Barnack Award Newcomer, 2017 mit dem Getty Editorial Grant und 2019 und 2024 mit dem Global Award for Long-Term Projects von World Press Photo. Mit seiner Serie The Two Walls war er 2025 der Gewinner des Leica Oskar Barnack Awards.
Vom 29.05.2026 bis 30.04.2027
Alejandro Cegarra
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LEICA Galerie Zingst
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