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vor 2000 Jahren mehrere Landkerne
wachsen zur Insel Zingst zusammen, die vorgelagerten Inseln Werder und
Kirr entwickeln sich ebenfalls
1292 Die Insel Zingst (altslawische Bezeichnung
Seno = Viehfutter, Heu) wird von Witzlaff II. von Rügen an das
Zisterzienserkloster Neuenkamp (heute Franzburg) für circa 2000 Mark
verkauft.
1305
-1306 Teile des östlichen Teils der Insel fallen
langfristig an Stralsund - der Name "Sundische Wiesen, Sundischer
Forst"
1400 -1500
An den Küsten (Ostsee u. Bodden) sind Freibeuter/Piraten, teilweise mit
Freibriefen (Likedeeler) unter Claus Störtebecker aktiv. Aufenthalte
auf der Insel sind durch die slawische Burganlage "Hertesburg"
belegbar.
1441 Große Teile der Insel werden Besitz des Klosters Hiddensee.
1532 Die Bauerndörfer Paalen u. Hanshagen sowie der fürstliche Viehhof "Rothem Haus" werden erstmalig erwähnt.
1539 Erstmalig wird "Klippschifferei" aus Konkurrenzneid von den Hanseaten beklagt, genannt werden Zingst u. der Prerower Strom!
1578 Grenzstreit Stralsund-Barth-Zingst führt zum Setzen von 7 Grenzsteinen, heute noch als Reste beim "Dreiländereck" im Sundischern Forst zu betrachten!
1625 Durch verheerende Sturmhochwasser werden viele Orte zerstört und die Landschaft in erheblichen Maße verändert. Der Wasserlauf "Straminke" wird als "Flutventil" geöffnet. Allein von 1596-1861 wurden 15 Sturmhochwasser vermerkt.
1648 - 1815 Zingst fällt als Teil Vorpommerns im Ergebnis des 30jährigen Krieges an das Königreich Schweden und ist lehnspflichtig (Steuern an Schweden!)
1700 - 1900 Die "kleine Segelschifffahrt" Lastsegeln in der Ostsee, Nordsee, Mittelmeer, seltener über die Ozeane gewinnt mit den seetüchtigen Menschen der Insel - auch auf Darß und Fischland - zunehmend an wirtschaftlicher Bedeutung. Die Schiffe werden aus heimischen Hölzern auf drei Werften allein auf dem Zingst erbaut, bis 40 m Länge haben die Schiffskörper, werden teilweise in anderen Häfen komplett aufgetakelt. Die Mannschaften kehren oft im Winter zurück, die Schiffe nicht, da es keinen Umschlaghafen und keine Verladegüter auf der Insel gibt!
1817 Die drei Ansiedlungen Paalen, Hanshagen, Rothem Haus schließen sich nach der Rückkehr zu den Preußen (1815 ) zum Ort Zingst zusammen, weitere Ansiedlungen: Straminke, Müggenburg, Sundische Wiese, Pramort
1848 Erster Laden - ein Kolonialwarenladen öffnet in der Zingster Strandstraße.
1860 - 1862 Bau der Peter-Pauls Kirche in Zingst
1872 und 1874 Ein verheerendes Sturmhochwasser (Ostsee u. Bodden) zerstört weite Teile der Ansiedlungen und verbreitet Armut. Der Prerowstrom wird zugeschwemmt und dann zum Schutz vor Überschwemmungen geschlossen - Zingst wird Halbinsel! Zahlreiche Einwohner verlassen - auch wegen des Rückgangs der Segelschifffahrt - die Heimat.
1881 Das Gründungsjahr des organisierten Badewesens. Ein Badekomitee wird durch ehemalige Seefahrer und Gastwirte gebildet, welches das Geld für Badeanstalten aufbringt.
1898 Die Gemeinde Zingst erwirbt ein Damen- und Herrenbad (Warmbad).
1907 In Berlin wird von der Zingsterin Martha-Müller-Grählert erstmalig das Gedicht "Mine Heimat" - 1908 zum Lied "Wo die Ostseewellen trecken an...." veröffentlicht.
1910 Die Eisenbahnverbindung Barth-Prerow (Darßbahn) mit Bahnhof in Zingst verbessert wesentlich die Verkehrsanbindung ans Festland.
1936 Im Rahmen der allgemeinen Aufrüstung werden in Zingst militärische Einrichtungen (Schießplatz Sundische Wiese, Kasernenbauten) geschaffen.
1935 - 1939 Die "KDF"-Bewegung bringt viele Gäste auch aus weit entfernten Gegenden Deutschlands gezielt nach Zingst.
1948 Nach dem zeitweiligen Erliegen des Fremdenverkehres kommt auch mit der Einweihung des Kurhauses der Badebetrieb wieder.
1952 Der Gemeinde Zingst werden die Ortsteile Müggenburg, Sundische Wiese zugeordnet.
1962 - 1964 Urlauberdörfer Zingst Ost u. Zingst West entstehen neben einer Vielzahl von Kinder u. Betriebsferienheimen.
1964 Das VEG (Volkseigenes Gut) Zingst entsteht durch Übernahme/Aufkauf vorhandener kleinerer LPGs und entwickelt sich rasch zu einem der größten und bedeutendsten Landwirtschaftsbetriebe der ehemaligen DDR.
1972 Der Seedeich wird im Ortsbereich als Promenade freigegeben.
1979 Verleihung des Titels "Staatlich anerkannter Erholungsort" - eine hohe Auszeichnung für das immer bestätigte Ostseebad Zingst.
1989 Die Zahl von 3500 Einwohnern hat nach 1946 (kurzzeitig Überfüllung durch Umsiedler) die Höchstmarke erreicht.
1991 Durch Stillegung aller Ferieneinrichtungen der Gewerkschaft und durch die Einstellung der Arbeit des VEG bis zu 400 Arbeitslose.
1992 Das Ostseebad Zingst erhält als eines der wenigen in den Neuen Bundesländern die "Blaue Europaflagge" für eine hervorragende Badewasserqualität.
1993 Eröffnung der Seebrücke am Hauptübergang neben dem Kurhaus.
1994 Die erste "Mutter-Kind-Kurklinik" der Barmer Ersatzkasse wird eingeweiht.
1996 Das erste privatwirtschaflich betriebene Kurmittelzentrum wird eröffnet. Das Osteebad Zingst erhält den Umweltpreis.
1997 Die Arbeiten für die Seewasserleitung zum Kurmittelzentrum beginnen. Ein weiterer Meilenstein auf dem Weg zum Seeheilbad.
1998 Der Abriss des alten Kurhauses am Hauptübergang erfolgt.
2000 Nach zweijähriger Bauzeit erfolgt die Einweihung des neuen Kurhauses, "Haus des Gastes", Ostern 2000.
2001 Erstmalig werden über 1 Million Gästeübernachtungen registriert.
2002 Dem Ostseebad Zingst wird der staatlich anerkannte Titel "Ostseeheilbad" verliehen
